Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388834
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Gunst", das Bild zu vollenden. Guido ist ßsehr gnädig", dankt 
für die ihm gemachten Anerbietungen von Geld, dessen er aber 
augenblicklich nicht bedürfe. Die Herren von der Zunft gehen 
mit grosser Genugthuung und Befriedigung von ihm, Am 4, Sept. 
1634 wird Jemand beauftragt, ihm 2000 L. auszuzahlen. Nach 
einer neuen Mahnung (Oktober) werden im Decernber 500 Scudi 
zur Auszahlung angewiesen, womit aber der Künstler noch nicht 
zufrieden ist. Er meint, früher habe er keine Preise gestellt, 
sondern die Bilder verschenkt. Da er aber oft ßpoca discretionet 
gefunden, d. h. keine genügende Gegengeschenke empfangen, 
wolle er in Zukunft die Preise selbst machen. Auf ihrem Bilde 
seien 9 Figuren in Lebensgrösse; jede rechne er zu 200 Duca- 
toni; das mache 1800 Duc.; für die übrigen Figuren müsse er 
eigentlich noch 200 D. hinzureehnen; diese wolle er ihnen aber 
schenken, und sich mit 1800 Duc. zufrieden stellen; 1800 Duc. 
zu 5 L. gerechnet, ergeben die Summe von 9000 L., die bei drei- 
mal geringerer Figurenzahl, als ursprünglich ausgemacht war, 
den zuerst festgesetzten Preis um das Dreifache überstieg. Da 
meinen denn die Deputirten aber doch, sie müssten mit den Fab- 
briccieri (den Vorstehern der Kapelle) erst darüber berathen und 
das Vermögen der Zunft berechnen. In dieser Berathung be- 
schliesst man, ihm 6000 L. zu geben, aber nicht mehr. Der 
Unterhändler Guido's, Jacobs, ein in Bologna ansässiger Sil- 
berschmied aus Flandern, bringt die Nachricht zurück, Guido 
wolle nicht unter 1500 Duc. arbeiten. Die Trefllichen sind be- 
trübt, halten es aber nicht mit ihrer Pflicht vereinbar, ein sol- 
ches Geld auszugeben. Am 30. März 1635 endlich bringt Jacobs 
die Nachricht, jetzt hätte Guido  der wahrscheinlich in der 
Nacht zuvor wieder im Spiel stark verloren hatte  Lust, wgeniow 
zum Arbeiten. Er mache sich anheischig, die Tafel in drei Mo- 
naten zu vollenden, müsse aber 1000 Duc. auf der Stelle be- 
kommen. Den Rest von 500 Duc. könne man ihm bei Vollen- 
dung des Bildes auszahlen. Nun findet eine grosse Berathung 
(16. April) statt; man bespricht die Sache von allen Seiten; es 
müssten erst Schulden gemacht werden; die Steigerung des 
Preises sei zu gross u. s. f. Von der andern Seite wird die 
fromme Pflicht hervorgehoben, Gott mit Bildern zu ehren; man 
Wolle das Opfer bringen, das Geld aber könne, nach allen ge- 
machten Erfahrungen, erst nach Vollendung des Bildes gezahlt 
Werden. Dies wird Guido, immer durch Unterhändler, mitge- 
theilt, und er demüthig gebeten, das Bild zu vollenden- Am 
30.April kommt der Bescheid von ihm, wenn sie die IOOODlICHtOHi
        

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