Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388726
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Freund der schönen Wissenschaften sei, gewann er mich noch 
lieber und ich erinnere mich, dass ich diesen Mann mit einer 
solchen Bewunderung betrachtet habe, als wenn er ein Engel 
gewesen warem Der Aufenthalt Domenichinols in Belvedere 
wird von Passeri in sehr anmuthiger WVeise geschildert; derselbe 
dehnte sich bis zum Jahre 1635 aus, in welchem er sich seine 
Familie, die auf Verwendung Aldobrandinfs freigelassen worden 
War, nachkommen liess. Im Jahre 1635 fordert man D0meni- 
chino von Neapel aus zur Rückkehr auf, zu der er sich auch, 
auf Verwendung des Erzbischofs von Neapel, des Kardinals Buon- 
compagni aus Bologna, der ihm die Arbeit verschafft hatte, und 
des Kardinals Aldobrandini, bereit finden lasst; im Juli d. J. 
findet schon wieder die erste Zahlung, am 25. Oktober 1635 
eine zweite statt. Am 12. März 1637 sind 10 Bilder mit 42 Fi- 
guren fertig, für die er 4410 D. zu fordern hat; an demselben 
Tage erhält er den nach einigen Ratenzahlungen noch bleiben- 
den Rest mit 2910 D. ausgezahlt. Im Januar 1638 ist eins der 
Buudbilder über dem Altar des Heiligen fertig und wird mit 
1730 D. bezahlt. Zu gleicher Zeit aber malt Domenichino auch 
an den Oelbildern für die Altäre, von denen am 30. Mai 1638 
zwei Bilder fertig sind und mit 787 resp. 840 D. honorirt wer- 
den. S0 rückte die Arbeit zwar rüstig vor, aber das Leben Do- 
meniehinds wurde weder ruhiger noch angenehmer. Zu neuen 
Bänken der Maler  man liess Asche unter den Kalkbewurf 
mischen u. dergl.  kamen alte Misshelligkeiten mit den Ver- 
wandten seiner Frau, mit denen er über die Mitgift im Streite 
lag und die ihm von Bologna nach Neapel nachgereist waren, 
um ihm das Leben noch mehr als seine Nebenbuhler zu ver- 
hittern. In zwei Briefen klagt er seinem Freunde Albani sein 
Leid darüber (Malvasia 323. 324). Am 1. November 1637 schrieb 
er einen Brief nach Bologna, von wo aus man ihn, durch Ver- 
mittelung Albanfs, über den Sinn eines früher dort von ihm 
ausgeführten grossen Altarbildes befragt hatte (Malvasia 321). 
Endlich aber ist ein Brief vom 1. Dezember 1638 ebenfalls an 
Albani vorhanden, der da zeigt, wie er von allen Sorgen sich in 
der Beschäftigung mit Musik und musikalischen Instrumenten 
zu erholen suchte. nlch habe mich dem Genusse der Musik 
hingegebenu, schreibt er, wund um deren zu hören, habe ich 
versucht, Instrumente zu bauen; und so habe ich eine Laute 
gemacht und mache jezt eine Harfe mit allen ihren Tonarten, 
der diatonischen, chromatischen und enharmonisehen, eine 
Sache, die bisher noch von Niemandem unternommen worden
        

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