Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388691
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dessen Genosse nach Einigen wirklich erschlagen ward, so bald 
als möglich nach Rom zurück zu kommen, 
Nllfl Wären die Delmtirten Wieder in Noth. Sie schicken 
Fabrizio Santafede nach Rom, um Guido oder Arpino zur Rück- 
kehr zu bewegen. Da dies aber vergeblich ist, wird die Arbeit 
der Wandbilder an Santafede selbst unter den Zuletzt festge- 
stellten Bedingungen übertragen; zur Ausführung kann er sich 
wen er will zu Hülfe nehmen. Die Vergebung der Qelbilder be- 
hält sich die Deputation vor. Santafede erwählt Giambatigta 
Caracciolo zum Mitarbeiter, dem auch ein Zimmer nebst eini- 
gen von den Geräthen Guido's gegeben Wird. Arpino dagegen, 
der sich jetzt wieder meldet, wird zurückgewiesen (Ende 1623). 
Nun macht sich Santafede an die Arbeit, zu der er sich noch 
einen zweiten Gehülfen in der Person des Francesco Gessi 
von Bologna (Oktober 1624), mit 50 Dukaten monatlichen Ge- 
halts, annimmt; aber nachdem zwei Angoloni (Eckbilder) voll- 
endet sind, lässt die Deputation die Arbeiten einstellen, verwei- 
gert auch vor einem definitiven Beschlusse alle Zah_lung. Gessi 
wird wegen schlechter Arbeit verabschiedet, und mit 300 Duka- 
ten incl. Reisegeld abgefunden (Anfang 1625). Da stirbt Santa- 
fede, der bis dahin im Ganzen 500 Dukaten erhalten hat. Auf 
Verlangen der Deputation zahlt sein Sohn und Erbe Pietro 
400 Dukaten zurück, wofür man ihm die Zeichnungen des Va- 
ters einhandigt (Ende 1626). Im December 1628 fassen nun die 
Deputirten den Beschluss, dass sich Fremde wie Neapolitaner 
um die Arbeit bewerben können. Es melden sich B. Corrente 
und Simone Papa, die auch bald zu malen beginnen; da ihre 
Bilder indess nicht gefallen, werden sie verabschiedet, und 
scheinen, dem Kontrakt zufolge, gar kein Honorar bekommen 
zu haben. 
Nach so vielen misslungenen Versuchen wurde nun endlich 
von der Depntation der Beschluss gefasst, Domenico Zam- 
pieri, unseren Domenichino, aus Rom zu berufen; man richtete 
ein Schreiben an ihn, worin er sehr lebhaft um die Annahme 
der Arbeit gebeten und ihm sehr günstige Bedingungen in Aus- 
sieht gestellt wurden. Domenichino antwortet, am 23. März 
1630, er würde zum nächsten Osterfeste kommen, bittet die 
Deputation aber zu gleicher Zeit, nichts davon verlauten zu 
lassen. Dieser Brief und die sehr artige Antwort der Deputation 
vom 29. März befinden sich noch im Archive des Domes. Null 
aber bekommt Domenichino einen anonymen Drohbrief; es 
würde ihm schlecht ergehen, wenn er nach Neapel käme- Nach
        

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