Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388686
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beruhigter fühle, werde ich einen Ausflug nach Rom machen, 
und indem ich mich Ihnen schliesslich empfehle, stelle ich 
mich Ihnen als Diener zur Verfügung. 
Bottari V. 88.  Es ist hier der Ort, auf die für die 
Kunstgeschichte in mehrfacher Beziehung so wichtige Angele- 
genheit der Capella del Tesoro im Dom zu Neapel einzugehen, 
Welche bei Gualandi Memorie V. 128-165 ausführlich mit 
Benutzung sämmtlicher Dokumente mitgetheilt ist. Im Jahre 
1612 schon war die Dekoration der Kapelle beschlossen worden, 
und da sich damals kein passender Maler in Neapel fand, schrieb 
man 1616 an den Cavaliere d'Arpino nach Rom, um ihn für 
diese Arbeit zu gewinnen. Nach mancherlei Zwischenfällen kam 
der Cavaliere nach Neapel (1617) und im Februar 1618 Wurde 
ihm die Verzierung der Wände der Kapelle mit Freskobildern 
übertragen. In die Oelbilder (für die Altäre) sollte er sich mit 
dem Neapolitanischen Maler Santafede theilen. Der Preis der 
Arbeiten sollte durch Deputirte abgeschätzt werden; 500 Duka- 
ten wurden ihm sogleich ausgezahlt; für die Reise nach und den 
Aufenthalt in Neapel wird ihm eine Entschädigung von 100 Du- 
katen bewilligt. Darauf geht Arpino nach Rom zurück, um 
Stuccatoren zu besorgen, schickt aber weder diese, noch kehrt 
er selbst nach Neapel zurück, so dass man sich dort entschliesst 
(4. Oktober 1619), das "Werk dem Guido Reni anzutragen, 
ohne dass, wie es scheint, ein Ersatz der 600 Dukaten von Sei- 
ten Arpino's stattgehabt hätte.  Nachdem sich Guido bereit er- 
klärt, werden ihm (28. Oktober 1620) 130 Dukaten I 100 röm. 
Scudi zur Reise geschickt; er kommt indess nicht eher, als man 
ihm ein Haus zugesichert hat, das für ihn gekauft und ausge- 
stattet wird, mit einem Kostenaufwand von 450 Dukaten. Nun 
wird der Kontrakt gemacht, die Gegenstände für den unteren 
Iheil der Kapelle festgestellt und der Preis auf 100 Scudi für 
Jede Figur in Lebensgrösse bestimmt; grössere sollten höher, 
kleinere geringer bezahlt werden (17. Mai 1621). Darauf stellt 
Belisario Correute, einer der Hauptführer der einheimi- 
schen naturalistischen Schule dem Guido und seinem Genossen 
nach. Ein gewisser Giandomenico von Capua wird zu deren 
Ermordung gedungen; der Anschlag aber wird entdeckt, Gian- 
domenico kommt auf die Galeere und Corrente wird eingeker- 
kert, aber bald wieder freigelassen. Natürlich beeilt sich Guido,
        

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