Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388611
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war und auf dem Landsitz eines Gönners weilte, ist es vor Allem 
Gesang mit dem er sich zu trösten sucht, und bis zu seinem 
Lebensende haben ihn theoretische und praktische Forschung 
über Tonkunst und mUSiküliSChC Instrumente beschäftigt (vgl. 
die Erläuterungen zu Nr. 19). Sein Aeusseres war fein und zart; 
begünstigt von der Natur war er nicht, es heisst, er sei von 
Natur mit den Füssen einwärts gegangen und es sei seine stete 
Sorge gewesen auswärts zu gehen; er War klein von Figur, aber 
von frischen Farben und blauen Augen, etwas Signoriles hat 
er durchaus nicht an sich gehabt. So auch soll er im Umgang 
nicht von vornherein einnehmend gewesen sein; in Seinen Sitten 
aber war er unstraflich, rein von Gemüth, massig, bescheiden  
modestissimo nel parlare  allem Trug feind; zurückgezogen, um 
allem Neid zu entgehen, den er gerade dadurch hervorrief. Wer 
ihn näher kannte, verehrte ihn. Passeri, der ihn nach seiner 
Flucht aus Neapel kennen lernte, sieht ihn wie einen Engel an! 
Aehnlich war es mit seiner künstlerischen Geltung. Für die 
grosse Masse des Publikums und der Maler war er nicht; aber 
das Lob aller Einsichtigen vereinigte sich über ihn. Nicht der 
geringste Ruhm für ihn ist, dass die beiden Nebenbuhler, 
Guido Reni und Albani, in seinem Lobe einig waren. Agucchi 
sagte, seine ganze und volle Anerkennung würde er erst nach 
seinem Tode finden, und er hat Recht darin gehabt. 
DOMENICHINO 
an 
FRANCESCO ANGELONI. 
Ich hoffte nach der Ankunft des Herrn Gio. Antonio hlassani 
zu Rom die Abhandlung in die Hände zu bekommen, die Mon- 
siguor Agucchi geschrieben hat, während wir in Seinem Hause 
waren. Ich habe mich bemüht, die Unterschiede der Meister 
und Kunstweisen von Rom, Venedig, der Lombardei, so wie 
derer von Toskana zu erkennen und darüber bestimmte An- 
sichten zu gewinnen; wenn mir aber die gefällige Bemühung 
Ew. Herr]. nicht dabei zu Hülfe kommt, so verzweifele ich daran- 
Ich war im Besitz zweier Bücher über die Malerei, von Leßll 
Batista Alberti und Gio. Paolo Lomazzo; sie sind mir aber bei
        

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