Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388468
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grossen Aerger Annibalefs, der, misstrauisch wie er gegen höher 
Gebildete war, jenen Gönner durchschaut haben soll, aber nicht 
ohne selbst von winteressirten Füchsena aus niederer Sphäre 
ausgebeutet zu werden. Jedenfalls scheint sich der Kanonikus 
der Angelegenheiten seiner künstlerischen Freunde angenommen 
zu haben; so wandte er dem Lodovico den Auftrag einer grossen 
Verkündigung in S. Pietro zu, die anfänglich Al. Tiarini zuge- 
sagt war (Malv. ll. 208). Auch scheint er den Vermittler zwi- 
schen diesem und dessen hohem Gönner, dem Prälaten Agucchi 
in Rom, gemacht zu haben.  In dem obigen Falle scheint es 
sich übrigens auch um kein Geschenk zu handeln, indem der 
Brief von der Bezahlung eines bestellten Bildes spricht, und 
zwar in einer Weise, die den Künstler als ungemein bescheiden 
und uneigennützig erscheinen lasst. Diese Eigenschaften so wie 
überhaupt eine grosse Herzensgüte und Sorglosigkeit in Geld- 
angelegenheiten gehen aus manchen Einzelheiten der Schilde- 
rung bei Malvasia hervor, vergl. z. B. 464.  Ein zweiter Brief 
an Dulcini ist vom 1. Mai und ein dritter vom 15. Mai datirt, in 
Welchem letzteren der Maler seinem Freunde die Vollendung 
des Bildes anzeigt. Er habe es mit aller Liebe gearbeitet, und 
denen, die dasselbe gesehen, habe es sehr gefallen. Er  Dul- 
cini  möge indessen doch lieber Jemanden beauftragen, es an- 
zusehen, und nach dessen Bericht dann anordnen, ob er es ihm 
zusenden oder behalten solle. Allen seinen Befehlen würde er 
gern nachkommen. Bottari a. a. O. p. 268 und 269. 
Lonovrco CARACCI 
FERRANTE CARLO. 
an 
Bologna, 
ll. November 
1606. 
Durch Herrn Giuiio Carlini habe ich einen Brief von 
Ew. Herr]. erhalten, mit vielen weitläuftigen Höflichkeitsbezeu- 
gungen und mit Titulaturen von vsehr berühmte u. s. w., was 
Alles, wie Ew. Herrl. wohl weiss, mir nicht zukommt, weshalb 
ich Sie denn auch bitte, sich deren nicht wieder zu bedienen, 
damit ich nicht verspottet werde. Der Vorschlag des Gemäldes, 
das Ew. Herrl. mir nach Maassgabe lbrer Wünsche andeutet,
        

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