Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1383026
Und vor Allem bitte ich Euch, üass ehe Lnca in Jeu 
Besitz davon komme, ich mein Buch über die Kochkunst wie- 
der erhalte, denn wcnn ich es wieder hätte, S0 getraute ich 
mir ihn auf eine Mühle zu thun oder in eine Pastete zu 
backen 2) and mit Pfeifer zu bestreuen, ohne ihn durch ein 
Sieb zu quetschen, um Pest-Bouletten 3) daraus zu maehen. 
Mäge Gott jenen ganzen Hof verdammen, ich bitte ihn, noclx 
einmal den P  .  (1611 Grafen 11m1 ÄLuca in einem PfeHer- 
napf erstickt sehen zu künnen. Gott beschütze Euch vor 
ihren Verräthereien! 
Bertoldo, der Schreiber dieses etwas räthselhaften 
Briefes, der von Gualandi in der Nuova Raceolta I. p. 14 
aus dem Medicdschen Archiv bekannt gemacht worden ist, 
war ein Schüler des Donatello, und wie dieser selbst, mit 
Lorenzo dem Prächtigen befreundet, der ihn zum Lehrer in 
seiner Akademie üir Bildhaüer machte. 
Ueber die specielle Veraxllassung des Briefes ist es mir 
nicht müglich, bestimmte Auskunft zu geben. Der Schluss 
scheint darauf hinzudeuten, dass die Personen, durch welche 
sich der Künstler, der von seinen Meister Donatello auch 
die grosse Heftigkeit und Leidenschaftlichkeit angenommen 
zu haben scheint, so sehr gekränkt und beleidigt Hihlt, auch 
gegen Lorenzo nichts Gutes im Sclülde führten. ,,Gott beschütze 
per altro capo che per lo meglio si tace a voi 10 lacio giudicare, 
sendo di ceppo di e sopratutto etc. Der Briefist in einem sn schwie- 
rigen und unverständlichen Style geschrieben, dass ich zu den vie- 
len unsicheren Stellen in der Uebersetzung nicht auch noch diese 
habe hinzufügen wollen. Der italienische Herausgeber Gualandi 
berührt und erläutert keine, weder der spraclnlichen noch sachlichcn 
Schwierigkeitexx des Briefes. 
2) E pivi sua e] heneiizio in un pasticcio. 
3) Pallottole da moria. Aehnlich wie in einer Novelle des 
Pulci von einer vivanda diabolica e pestifera, einer verteufelten 
und verpesteten Speise die Rede ist. Ich habe Pest-Bouletten über- 
Sema WÜÜ das WO"; BÜÜIGÜGH, über welches ich auf Hauptner's 
KochbuCh (BCYÜII, 1352) 5- 292 verweise, mir sehr genau dem Aus- 
druck pallottole, Dim. von palla, Kugel, zu emsprechen schien. 

        

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