Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1382926
42 
hältnisse zwischen Künstlern und Auftraggebern zu beleuch- 
ten. Die in Rede stehenden Bilder führte Benozzo Gozzoli 
in der Kapelle des Palarstes der Medici (jetzt palazzo RiÜT 
cardi) aus, und sind dieselbeil besonders dadurch merkwürdig, 
dass in ihnen vor der Sala, de' Giganti des Giulio Romano 
(im Palazzo del Te zu Mantua.) zum erstexl Male der ganze 
Raum der Wände zu fortlaufenden und ununterbroehenen 
Darstellungen benutzt ist. Die Altarnisehe wau" als Rosen- 
hag ausgemalt, Worin Engel mit der Pflege der Blumen be- 
schäftigt Wareil; auf der Wand davor war die Verkündigung 
der Hirten dargestellt; auf der Wand zur Rechten beginnt 
der Zug der zur Anbetung des Ühristuskindes nahenden hei- 
ligen drei Künige, der rings um den ganzen Raum umher- 
geht und nur ab und zu durch kleine Fenster und die Ein- 
gxangsthür unterbrochen Wird. 
Pietro de' Mediei, au den die Briefe gerichtet sind, 
ist der Sohn Cosimds, des Vaters des Vaterlandes. Ihm 
war gegen das Lebensende des Vaters, der 1464 starb, 
von diesem schon ein grosser Antheil an der Leitung der 
Staiatsgeschäfte gewährt worden, und se scheint ihm in die- 
sem Falle auch die Sorge für die Ausschmückung des Fa.- 
milienpalastes übertragen zu sein. 
Die Malereien selbst sind gegenwärtig durch die statt- 
gehabte Veränderung einer 'l'reppe alles Lichtes beraubt, so 
dass sie nur bei Kerzenbeleuchtung gesehen werden künnen. 
Sie sollen grossentheils sehr gut erhalten sein. 
BENOZZO 
GOZZOLI 
a 11 
PIETRO 
MEDJCI. 
Florenz, 
Juli 
1459. 
Haute früh habe ich einen Brief von Ew. Herrlichkeit 
durch Ruberto M artegli erhalten and daraus ersehen, dass 
es Euch schiene, als ob die Seraphiln, dia ich gemacht habe, 
nicht passond wären. Den Einen davon habe ich in einer 
Ecke angcbracht, zwischen einigexx Wolken, und von diesem
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.