Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1382846
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räthe gegeben, so dass ich wirklich sagen kann, Alles wegge- 
geben zu haben, was auf der WVelt mei11 war. Dazu kamen 
denn noch die Bedrängnisse, (lie uns die Kriege brachten, 11m1 
6er geringe Erwerb, so class ich am Ende nicht 1,103 arm, 
sondern ein Bettler geblieben bin. Und {lies in rlem Greisen- 
alter von vier und achtzig Jahren oclcr ungefähr und mit 
einer kranken Frau. Und überdjes bin auch ich niciht ge- 
sund und befinde mich in einenl solchen Zustand, dass ich 
nur Wenig thun kann. Ich sehe mm keine Mittel und WVege 
mehr, um meine vorbenannte kranke Frau und mich erhal- 
ten zu künnen. 
Gleichwohl aber habe ich zu der Milde Ew. Erl. Signoric 
das grüsste Vertrauerl und Hoffnung; und die Rücksicht auf 
(lie unenälichen Gnaäenbezeigungen, mit denen Ihr nicht mu- 
Eure Bürger und (lie Eurer Regierung Untergebenen umfasst und 
in ihren Bedürfnissen unterstützt, sondern sogar clen Fremdexx 
Hülfe und Unterstützung bietet, wenn sie Euch darum bitten, 
giebt mir den Muth, zu den Füssen Ew. Herrl. Zuflucht zu 
suchen, indem ich mich derselben, soviel ich weiss und ver- 
mag, von ganzem Herzen empfehle und mit der dringenden 
Bitte nahe, class in Anbetracht meiner Arbeit und meiner 
vorgeriickten Lebensjahre, die wegen ihrer Hühe und meiner 
Krankheit nur noch kurze Zeit andauern künnen, in Rücksicht 
auf den traurigen Gesundheitszustand meiner Frau, und end- 
lieh in Rücksicht darauf, dass ich der Stadt 11ur Ehre gemacht 
habe, als ein Holzarbeiter wie nur je gewesen, obschon de- 
ren sehr tüchtige hier gewesen sind und noch sind: Ihr naeh 
Eurer günstigen Berathung geruhen mächtet, feierlich zu be- 
stimmen, dafür zu sorgen und zu verordnen, rlass mir für den 
kleinen Rest von Jahren, die ich noch zu leben habe, ein 
Gehalt ausgesetzt werde, wie es Ew. Erl. Herrl. reeht und 
genehm scheinen wird, auf welche ich mich rückhaltslos ver- 
lasse und welcher ich mich empfehle. Das erwähnte Gehalt 
aber werde ich als Geschenk und Almosen von Ew. vorbes. 
 der ich mich von Neuem empfehle, und es
        

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