Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1382818
31 
deren Marxuseripten zusannnenbefindet, diesem zugeschrieben 
wird  ebd. S. 431). 
Ohne allen Zweifel bezieht sich der Brief auf den Ban 
der Kirche S. Francesco zu Rimini, die ursprünglich in spiit- 
gothischem Styl errichtet, v011 Alberti seit dom Jahre 1447 
nach den Grundsätzen der antikerl Baukunst restaurirt wor- 
den ist. Von diesem Neubau indess vmrden nur der untere 
Theil der Faeade, deren Inschrift (las Jahr 1450 zeigt, und 
die für die Sarkophage derjenigen Gelehrten bestimmten Ar- 
kaden an den Langseiten vollendet, die dem Hofe des Sigis- 
mund Malatesta, Herrn von Rimini zur Zierde gereichten. 
Waltet nun in der Angabe jenes Datums 1481 kein Irrthum 
0h, se würde sich der Brief auf einen zu jener Zeit beab- 
sichtigten Weiterbau beziehen und es ist in diesem Falle 
ganz natürlich, dass Alberti auf die verschiedenen gegen sein 
Modell geäusserten Bedenken ausführlich eingeht und diesel- 
ben zu widerlegen sucht. S0 nalnentlich in Bezug auf die 
mit den Kapellenpfeilern im Innern nicht ganz zusannnen- 
trefienden Pilaster der Fagade, welcher Umstand durch eine 
Vergleichung fler Abbildungen bei dfiägincourt Denkmäler 
der Baukunst Taf. LI. Fig. 1, 2 u. 7 allerdinws vollständig 
bestätigt Wird. S0 auch in Bezug auf das Ruädfenster, das 
man im Sinne der mittelalterljch gothischen Bauweise, "in 
welcher die Kirche ursprünglich erriehtet war in der Mitte 
der Fagade gewünscht batte, das aber dem beageisterten Ver- 
ehrer der Antike und dem Anhänger dessen, der mehr ver- 
stand, als jetzt irgend wer versteht", nämlicl: des Vitruv 
durchaus zuwider sein musste. , 
Nicht minder passt auf die Kirche S. Francesco, wars 
Alberti über die Kuppeln im Anfang des Briefes bemerkt. 
Denn wenn auch die Kirche ganz ohne Kuppel geblieben 
ist, so geht doch aus der Von d'Agincourt (a. a. O. Fig. 12) 
abgebildeten Medaille vom Jahre 1450 hervor, dass es aller- 
dings in der urslarünglichen Absicht lag, eine solche zu er- 
richten. Die darauf dargestellte Faeafle der Kirche nämlich 
1st von einer grossen Kuppel überragt, die in der That weit 
davon entfernt naeh des Manette Ansicht doppelt su, hoch 
91s bfeit ZÜ- Feill, Vielmehr die Verhältnisse des von Alberti 
Seybst als sem Muster genannten Pantheon zeigt, indem deren 
Hohe, wenn man den ziemlich hohen Sockel der Kirche da- 
von abrechnet, der Breite derselben gleich kommt. 
Und wie sich so ans dem Briefe cine vollständige Uebcr-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.