Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1382750
25 
LE on 
BATISTA 
ALBERTI 
3.11 
Fxmvro 
BRUNELLESCHI. 
[Florenz, 
1441- 
Nachdem ich in dieses unser vor allen andern hochzuf 
verehrende Vaterland zurückgekehrt bin, habe ich eingesehen, 
dass in Vielen, zumeist aber in Dir, Filippo! und in dem 
uns so eng befreundeten Donato dem Bildhauer, so wie in 
jenen andern Nencio und Luca. and Masaccio ein Geist 
Iebt, der zu jeder ehrenvollen Sache fähig ist, und der durch- 
aus keinem der Alten, wie gross und wie berühmt er auch 
in diesen Küusten gewesen sein magfnachgesetzt werden darf. 
Und wenn Du einmal Musse hast, so wircl es mich freuen, 
wenn Du dieses mein Werkchen über die Malerei durchsehen 
willst, welches ich in toskanischer Sprache geschrieben und 
Dir gewid1net habe. 
Die vorstehenden Zeilen machen das Widmungssehreiben 
ans, welches sich vor Albertfs bis jetzt noch nieht verüifent- 
lichter italienischer Uebersetzung seines ursprünglieh lateinisch 
geschriebenen Buches ,,über die Malerei" beündet. Sie sind 
in mehrfacher Beziehung wichtig, einmal iudem sie uns Al- 
berti im freundschaftliehen Verkehr mit Filippo Brunel- 
lesc hi, seinem grossen Nebenbuhler in der Baukunst, zeigen 
und sodann nicht minder durch den riehtigen Blick, mit 
dem er die wirklich bedeutenden Künstler ans der grossen 
Anzahl derer aussondert, welche damals auf dem Gebiete der 
Kunst thätig Waren. Schon das ist ungemein bezeichnend, 
dass er, während er in Bezug auf Wissenschaftliche Bildung 
und Poesie gar keinen Vergleich der Gegenwvart mit dem 
Alterthum zulässif), es offen ausspricht, dass die von ihm an- 
geführten Zeitgenossen keinem der Alten zu weichen haben. 
Mit welcher tiefen Einsicht aber gerade diese und keine an- 
dere ans der grossen Mange hervorgehoben sind, kann man 
Vgl. 
de 
Pictura III. 
(Basal 
79
        

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