Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1382747
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,,Ich sage Euch also, dass ich viele Dinge bei Seite ge- 
lassen und dieselben nicht gesagt habe, obschon sie sehr er- 
gätzlich sind; und zwar allein ans dem Grunde, Weil ich keine 
Mittel und Wege absah, sie so klar und deutlieh ausein- 
ander setzen zu künnen, Wie ich es gern gethan hätte. Schon 
in diesen selbst habe ich keine geringe Mühe gehabt, nm Sie 
auszudrücken und mich verständlich zu maehen. Lebt Wohl!" 
Meliaduse von Este, an den Brief und Schrift ge- 
richtet sind, ist der Brader des Lionello, der im Jahre 
1441 zur Herrschaft über die Estensischen Staaten gelangte 
und seine Regierung durch eine weise und ausgleichende 
Staatskunst, sowie durch den Schutz ausgezeichnet hat, den 
er in glänzendel- Weise den Künsten unrl Wissenschaften 
angedeihenf-liess. Befreundet mit vielen Gelehrten und Künst- 
lern, war er es hauptsächlich, auf dessen Anrathen Leon 
Baptista Alberti sein berühmtes Werk über die Architectur 
geschrieben hat. Ihm hatte Alberti auch seine im zwanzig- 
sten Jahre geschriebene Iateiniäche Comoedie gewxridmnet, (lie 
längere Zeit für (las Werk eines rümischen Dichters gehalten 
wurde. Der um ein Jahr ältere Bruder Meliaduse, geb. 1406, 
gehürte erst dem geistlichen Stande an, aus welchem et jedoch 
im Jahre 1425 austrat. Er starb naeh Litta, dem ich diese No- 
tizen verdanke, 1452. Fam. Oelebri cFItalia fasc.XXV. parte HI.  
Von clem gegen das Ende des Briefes erwähnten Bruder 
Carlo ist ein Schreiben bekannt, mit welchem dieser das 
Werk Leo Batistaüs "(le profugiis aerumnarum" an den Lau- 
rentius Vittorius, der dasselbe gewünscht batte, über- 
senäet. Bandini Biblioth. Leopold. Il. 83.  An ihn hatte 
Leon Batista seine Abhandlung delle commoditä. e delle in- 
commoditä delle lettere gerichtet. S. dessen Opera moralia 
Ven. 1568 p. 141.  
Um noch einmal auf rlen Inhalt des Werkchens selbst 
zurückzukormnen, so theilt Niecolini Elogio di L. B.A1berti 
(Prose. 111. p.51 Flor. 1844) den Bericht eines befi-eundeten 
Mathematikers darüber mit. Danach ist dasselbe kein me- 
thodiseh zusammenhängendes Werk, sondern behandelt in 
zufälliger Reihenfolge allerhancl Aufgaben, Probleme and 
Eründungen, von mehr oder weniger praktischem Werthe; 
so verschiedene Verfahren für Hühen- und Tiefenmessungen, 
Zeitmessltlagen durch Verbrennen entzündbarer StoHe, Bewe- 
gung der Sterne etc., Nivellirungsverfahren, Wegelnesser von 
sehr praktischer Einrichtung u. a. m.
        

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