Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1382731
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einige Euer Gefallen erregen, sei es nun, dass Ihr diesel- 
ben 10105 in Erwägüng zieht, ocler dass Ihr sie durch Ver. 
suche zur praktischen Ausftihrmmg bringt. Ich habe mich be- 
1nü11tA11es recht klar zu schreiben; indess ist es doch näthig, 
Euch daran zu erinnern, dass dia Gegenstände Sehr schwie- 
riger Natur sind and sich nur mit Mühe in so verstäxxdlicher 
Weise behandeln lassen, dass Inan nicht i1n1ner auflnerksam 
sein müsste, nm sie zu. verstehen. Wenn sic Euch angenehm 
sind, so werde ich mich sehr darübpr freuen und wenn Ihr 
noch mehr dergleichen yvünschen, 11m1 Inir dies be-kannt werden 
sollte, so werde ich mich bemühen Euch zufrieden zu stel- 
lcn. Für jetzt mäge Euch Gregerxwärtiges genehm" sein, worin 
1h1- cinige sehr seltene Dinge finden Werdet. Und damit 
empfehle ich Euch meinen Brader Carlo, der Euch und 
Eurer Familie sehr ergeben ifst. Lebt wohl! 
Die vorstehende, bei Gaye I. 345 abgedruckte Amrede, 
bildet den Eingang 11m1 dia XVichnung einer in der Bibl. 
Riccardiana beüncllichen Handschrift des Alberti, betitelt ,,De 
ludis rerum mathematicarunl" mathematische Unterhaltungen. 
Dieselbe enthält Vorschriften, die Grässe 11m1 Entfernung der 
Dinge mit Instrumenten and mit dem blossen Auge zu mes- 
sen, das Gewieht gewisser Baustücke zu erkennen u. s. w., 
im Ganzen nichts von besonderer Wächtigkeit. Interessant 
ist das für Albertfs Wesen überhaupt bezeichnende, ans der 
Kenntniss der alten Schriftsteller hervorgegangene Streben 
naeh vollkommener Klarheit und Deutlichkeit der Darstellung. 
Dasselbe geht auch aus folgenden Schlussworteu jenes Werk- 
chens hervor: "Sollten sie (lfessungen verschiedener Kürper, 
Säulen, Polyeder etc. etc.) Euch aber clennoch (trotzdem sie 
sehr schwer sind) Vergnügen 1nachen, so vverde ich auch de- 
ren gedenken kijnnen. Aber ich fürchte, sie nicht so klar 
und deutlich ausdrücken zu kiinncn, Wie ich es, um wohl be- 
griHen zu werden, thun mächte. Denn Dinge clieser Art 
lassen sich auf keine andre Weise sägen, als wie sie die Al- 
ten gesagt haben. Diese aber haben sic so gesagt, (lass SiG 
kaum mit grusser Mühe und Kenmniss der Mathematik ver- 
stanrlen Werden künnen.
        

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