Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1382722
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wohl auch nicht allzubäse gemeinte Aeusserung: ,,dass der 
Leichtsinn und die Unbeständigkeit den Weibern von der 
Natur als Schutz gegen ihre Treulosiglzeit und Schehnerei 
gegeben sei. Denn wenn eine Frau Ausdauer hätte, so müsste 
sie aile Güter der Männer durch ihre Schlechtigkeiten voll- 
ständig zu Grande richten." 
Hält man derartige Aeusserungen mit denen des Briefes 
zusammen, so darf man sich den Inhalt des Büchleins des 
Alberti, der selbst nicht verheirathet war, allerdings Scherz- 
haft genug vorstellen. 
Ueber die Zeit der Entstehung des Buches wie des 
Briefes ist, soviel ich weiss, keine bestimmte Notiz vorhan- 
den. Doch ist es mir nicht unwahrscheinlich, dass beide in 
der ersten Hälfte der vierziger Jahre gescluieben sind. Im 
Jahre 1441 mussten sic-h Alberti und Pietro de' Medici bei 
Gelegenheit des von ihnen gemeinsam veranstalteten literari- 
sehen Wettkampfes (vgLEinleitung) sehr nahe getreten sein und 
um die Mitte dieses Jahrzehntes heirathete Pietro die Fran- 
cesca Tornabuoni, von der ihm 1448 Lorenzo geboren 
wurde, wo denn die Widmung aines derartigen Werkchens, 
wenn man die von der allgemeinen Laxität abweichende 
Sittenreinheit und Strenge Albertfs bedenkt, wohl nicht mehr 
am rechten Orte gewesen wäre. (Vgl. darüber den Anonymus 
bei Muratori a. a. O. p. 297.) 
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ALBERTI 
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dlgungen anzufuhren vermüchte, S0 gewährt es mir dod _ 
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grosseres Vergnugen, mmh aufEure Freundlichkeit und N em 
sieht zu verlassen, und, wenn ich gefehlt hab E aeh- 
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Vielleicht werde ich Euch Genüge gdeistet lnbe 
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von den annnlthigen Dingen, die ich 1,161. Zusammen e; Wenn 
g ragen,
        

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