Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1382714
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Der Obige Brief ist bei Gaye I. App. p. 346 fmbgedruckt. 
Er ist in italienischer Sprache geschrieben, in emem Style, 
dessen klasgigghe Gediegenheit uncl Eleganz vielleicht noch 
aus der Uebersetzung hervorleuchten, und in einer Gesinnung", 
die durch männlichen Freimuth, wie durch ein wohlbegrün- 
detes und nie die Grenzen edler Courtoisie übertretendes Selpst- 
gefühl dem Bilde entspricht, das die Berichterstatter, glexch- 
zeitige wie spätere, von dem seinen Wissen und Charakter 
nach gleich grossen Manne entworfen haben. 
Es enthält derselbe clie Wiclmung eines noch unedirten 
YVerkes über die Ehe, welches "Uxoria." betitelt ist. Ueber 
den Inhalt dieses Werkes giebt nach Gayds Nfiftlleilung 
(p. 347) G. Molini in seinem Oatalogo dei cod1c1 dqlla. 
Libreria Palatina p. 43 Nachrieht, einem Werke, dass 1ch 
leider nicht benutzen konute. Doch lässt sich vielleicht ver- 
muthungsweise einiger Aufschluss über den Inhalt des Alberti- 
schen Schriftchens gewinnen. Dass dieses anmuthiger und 
scherzhafter Natur geweserx soi, geht aus den Sehlussworten 
hervor, wie Alberti denn, namentlich vor seinem dreissig- 
sten Jahre, mehrere solcher scherzhaften Schriftchen (inter- 
cvaenales genannt) gesehrieben hat, von fdenen einige sogar 
dem Titel nach angeführt wcrden, wie "dia Wittwe", "der 
Verstorbene", namatoria" u. a., die er indess zum Theil selbst 
dem Feuer übergeben hat. Aueh die "Ilekatonphile oder 
über die erülulerische Art zu lieben" scheint solcher Art ge- 
wesen zu sein. Das dem Pietro de' Medici gewidmete Werk- 
chen seheint aber auch praktischer Art gewesen zu sein, 
Hnicht ohne Nutzen", sagt er, ,,um sich im Leben danach zu 
richten"; etwa. wie jenes Werk, das er in drei Büchern unter 
(lem Titel "Zuüucht vor Kummer und Sorge" geschrieben 
hat und von welchem bei Bandini die reizende Einleitung 
abgedruckt ist. 
Ja selbst über dia specielle Auifassung des Gegenstandes 
wird man nicht ganz unsichere Schlüsse aus einigen Aeusse- 
rungen schäpfen künnen, dia Alberti über den Oharakter des 
schänen Geschlechtes gethan und die ich von dem anonymen 
Lebensbeschreiber bei Muratori Scriptor. Rer. Ita-l. V01. 
XXV. p. 300 und 301 angeführt inde. 
"Nichts", pfiegte er zu sagen, ,,sei dan Weibern so eigen- 
thümlich, nichts so in ihrer Natur begründet und ihnen S0 
eingeboren, als dass, wenn sie irgend etwas gesagt 011W gethan; 
ihnen dies allsogleich Wieder leid thäte und sie dessen gereüfef 
Und dazu gehiirt die nicht minder be-Zeicllnellfle, 3116?
        

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