Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1382639
FRA 
FILXPPO 
LIPPI 
3.11 
PIETRO 
MEDICI. 
Florenz, 13. August1439. 
Als Antwort auf den Brief, den ich Euch geschickt 
hatte, habe ich einen von Euch erhalten, den ich flreizelm 
Tage schmerzlich erwartet und viel Schaderl rlavon gelit- 
ten habe. Ihr erwidert mir schliesslich, dass Ihr über (las 
Bild keinen andern Entschluss fassen künnt, und dass ich es 
Euch aufbewahren soll. Ich befinde mich, bei Gott! sehr übel 
bei dieser Auskunft, Wenn {ch abreise und Ihr mir keinen 
Quattrin mehr geben k6nnt'). Ich bin dariiber aus meIn-eren 
Gründen tief betrübt gewesen; und einer davon ist der, dass 
es ganz klar ist, dass, Wenn irgend einer, ich zu den ärm- 
sten München von Florenz gehüre. Denn Gott hat mir sechs 
Nichten gegeben, alle mannbare Mädchen, noch unverluaira- 
thet, and schwach und nutzlos, und ihr einziges bischen Gut 
bin ich 2). 
Wenn ich mir in Euerenm Hause ein wenig Getreide 11m1 
WVeixx, den Ihr mir verkaufen sollt, geben lassen kiinnte, 
so wiirde es mir eine grosse Fraude sein nm]. ich würde es 
bei unserer Berechnung mit ansetzen. Ich beschwäre Euch 
äarum mit Thränen im Auge, damit ich bei meiner Abreise 
es den armen Kindern zurücklassen kann. Auch benachrich- 
tige ich Euch, dass ich mit Don Antonio del Marchese 
zusamlnen gewesen bin; ich wollte von ihm erfahren, Was 
er für mich thun wollte. Er sagte, dass WGHII wir in die 
Dienste des Marchese gingen, er einenm Jeden von uns fiinf 
Gulden geben Wollte, und dann, Wie ich von Hanse weg- 
1) Voi mi rispondete in ihoncrusione (wahrscheinlich chou- 
crusione statt conclusione) cheddella tavola ni: altro partito 
en potete pilgliare, e chio vela chonservi, che per dio ü male e] modo 
s10 mi parte, eppiü mm mi potete dar nno fluatrino. 
2) E qucllo pocho E: assai di bene alloro sono io.
        

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