Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1382565
Die Fakta, die Giacomo in unsereln Briefe, berichtet, 
werden auch anderxsfeitig bestätigt. Sie beziehen sich auf die 
Kriegsunruhen, dic damals zwischerl don Blailändern einerseits 
und den Florentinem und Venezianern andererseits obwalte- 
ten und gleichzeitig ganz Italien ersc11iitt01'te11. I1n Frühjahr 
1437 war der Kricg zwisclxen Maihmd und Venedig ausge- 
brochen. Die im Bricfe geschilnlerte Niedcrlage der Venezia- 
ner hutte am 20. Miirz d. J. stattgefunden, wic in den Annal. 
Forolixfiens. bei Bluratori Scr. Rcrltenl. XXII. p. 219 ange- 
gcben wird, welche das ltdaktum selbst in entsprechender Weise. 
erzäilulen. In ähxmlicher XVeise werden auch die genuesischen 
Vorgiinge bestätigt. Genua war lange Zeit der Herrschaft 
der Blailäinder- unterwrorfcnr geweseu. Scit 1435 hatte es sich 
nnabhängig gemacht, abcr nur 11m in neues Gewirr bürger- 
licher Unruhcn zu gcrathen. 1m Jahre 1437 batte Tholnas 
von Ca-mpofregoso sich zum Dogen aufgeworfen; der Herzog 
von Mailand aber, um dia Unruhen stcts wach zu lxalten, 
dessen Bruder Batista untcr dem Versprechen seiner Un- 
terstützung vcrrnocht, sich selbst zum Ihgen zu machen. 
Dies ist das Faktum, das Giacomo della Quercia er- 
zäihlt. Aber der glückliche Erfolg von B atistafs venätlxeri- 
schem Unternehmen, mit flem jener Bericht abschliesst, sollte 
nicht lange andaucrn. ' Das Volk wendetc sich wieder zu 
Thomas zuriick, der siuh dann auch mit seinem Bruder 
Batista Wieder" arlssiihnte. Simonde de Sismondi histoire 
des räpubl. Itgl. X. 57 ff". 
Der Bricf Selbst hat in dcm Original keine Ortsangabe. 
Mit ziemlicher Gewisshoit abcr lässt sich annelnnen, dass er 
von Lucca aus geschricben sei, welches (lamals der Zank- 
apfel zwischen Mailand und Florenz war, (leren [Xrmeen einer- 
seits von Nicolb Piccinino, andrerseits von Francesco Sforza 
befehligt wurdcn. In der Hofnung, Lucca zu gewirmen, 
hattcn nämlich die Florentiner den Francesco Sforza haupt- 
sächlich in ihren Diensten behalten. (Muratori Annal. 
a. a. O. 1437. Simonde de Sismondi a. a. O. IX. 91  
Der Ausgang dieses Streite-s aber musste den Behärden und 
dem Volk von Siena von um so grässerer Wichtigkeit sein, 
21.1s diese in steter Feindschaft mit Florenz lebten und auch 
gegenwärtig Bundesgenossen des Herzogs von Nmiland wal-en; 
fÜY Lucca aber konntf: wiederum Niemand als Berichterstatter 
geeigneter Sein, 1115 55121001110 della. Quercia, der schon 
früh daselbst thätig gewesen und auch späterhin noch einmal
        

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