Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1382554
genuesische Castelle eingenommen. Und das sind die hiesi- 
gen Neuigkciten, wenn wir noch mehr anderes erfahren, 50 
Werden wir Ew. Erh. Nachricht (lavon gebenl). 
G-iacolno oder Jacopo della Quercia ist der be- 
rülnnte, auch unter dem Nznnen Giacomo della Fonte, 
nach dem von ilnn ausgeführten iSHentLic-hen Brunnen zu Siena 
bekannte Bildhauer (Della Valle Lett. San. Il. Lett. XIII. 
p. 146 Hi), den man mit Recht als denVorliiufer de1'1_)o na- 
tello und Ghibcrti zu betmchten laflegt. Dass er 1n deu 
Ritterstand CPlIObGII und zum Werkmeister der Katthedrale 
ernannt Worden sei, erzählt, olme Angalwe der Zf-nt, auqll 
Vasari. Ans einem Dokumente beiGayez Cartogfguo I. 130, 
geht hervor, dass über dic Ertl1eilung' dleser WVurdt-Jn schon 
im Februar des Jahrcs 1435 im Rathe der Stadt Slena ver- 
handelt und das dzunit verbundene Gehalt auf hundert Gul- 
den bestinnnt wm-de. Der obige Brief des Glacomo befin- 
det sich in der Bibliothek von Sllflichele bei Venedig und ist 
bei Mittarelli Bibliotheca codicum manuscriptormn monasterii 
S. Michaelis Venetiarmn prope llhlrianum Ven. 177 9 p.978 ab- 
gedruckt. Es kann derselbe als Beleg. dienen, wie (lie Künst- 
1er, zu denen ihr Vaterland, wie dies bei Giacomo della 
Quercia der Fall War (Dalla Valle a. a. O. p. 151), be- 
sonderes Vertrauen hegte, bei ihrem Aufenthalt an fremden 
Orten den Behürden ihrer Stadt als Agentefl und Bericht- 
erstatter über (lie poliüschen Ereignisse dienten. Sie mach- 
ten so in dieser Zeit, in welcher andre Mjttel der Communi- 
cation und raschen Mittheilung noch nicht in dem jetzigen 
Maasse bekannt waren, ein sehr Wiehtiges lVüttelg-liecl in dem 
grossen Verkehre aus, um so wichtiger, als der Begehr rlach 
Werken der berülnnten Künstler sich ungemein steigerte und 
diese selbst, Wie auch davon unser Giacomo besonderes 
Zeugniss giebt, in der Achtung und dom Vertrauen der Zeit- 
genossen sehr hoch standeng). 
1) Der Brief ist unberzeiclmet: Im Dienstc Ew. Herrlichkcit 
Jacopo, Ritter und Werkmeister der Kathedrale von Siena.  
2) Vgl. den Brief eines Goldschmiedes Giacomo di Maestro Gio- 
Valmi 1111 (lie SigHOriG vfm Siena aus liom vom 16. Juni 1425, in 
welchem derselhe Berichl; über dic Ereignisse in Rom und NeaPel 
erstattet. Gaye (Part. I. 98,
        

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