Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387125
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auftrügen, so brauchen wir ihnen nicht zu gehorchen, son- 
dern haben vielmeln- die Verpüichtung, mehr Rücksicht dar- 
auf" zu nelnnen, unserer Seele keinen Schaden zu thuu, als 
dem Vergnügen Anderer zu Hülfe zu kommen, so wie uns 
mehr vor Beleidigung der gättlichen Majestät zu hüten, (in- 
dem Wir "gegen deren heiligsten WVillen den Menschen ein 
Schlechtes Beispiel gebem) als im Interesse einer anderen Per- 
son zu arbeiten, sie müge sein, welche sie wolle. Bei dieser 
Gelegenheit will ich es zu meiner Beschämung nicht ver- 
schweigen, äawss mir nielnals ein Gänner oder Herr, rlem ich 
äiente, aufgetragen hat, solche lfwiguren und die in solcher 
Weise gebildet waren, zu machen, sondern die üble Grewohn- 
heit und noch mehr rnein eitler Sinn haben n1ich in einen 
solchen Fehler gerathen lassen. 
Nun also, da es der Gnade Grottes gefallen hat, nür clic 
Augen des Verstandes, die bis dahin des trügerische Vergnü- 
gen, den Llenschen zu gefallela, geschlossen und verblende-t 
batte, wenigstens etwas zu üHnen, erkenne ich oiTen an, 
arg gefehlt zu haben, und das ist der Gruncl, der mich zu 
der Bitte bewegt bat, Ihr müchtet Euch alle davor hüten, 
wenigstens eher, als ich es zu thun vermochte. Und ich 
will auch noch mit Eurer günstigen Erlaubniss zu grüsseren 
Zeugnissen dessen, was ich bisher gesagt habe, hinzuüigexx, 
was mir in diesen letzten Jahren meines Alters begegnet ist. 
Es wurde mir von Se. Heil. unserem Herrn dem Papste 
Gregor XIII. aufgetragen, ein G-rabmal ganz aus Marmor fir 
einen seiner Vettern im Campo Santo zu Pisa. zu machen, und 
(la clieser ein ausgezeichneter Gesetzkundiger gewesen, schien 
es mir loassend, eine Justizia zu machen. Da. aber aus guten 
Gesetzen der Frieden hervorgehtf so machte ich auch die 
Statue des Letzteren; and weil ferner, WO Friede und Ge- 
rechtigkeit weilt, auch unser Erlüser dabei ist, so stellte ich 
zwischen beide die Figur Jesu Christi, der seine heiligen und 
heilbringenden Wllnäen zeigt. Durch dieses Grabmal habe 
ich mehr Ehre und Vortheil gewonnen, als von anderen Bild-
        

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