Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387014
10.1 
sowohl 11111 (leu Misshelligkeiten vorzubeugen, (lie mit der Zeit 
aus sothaner Veranlassung irgenrl eine traurige Wirkung 1181-- 
beiführen künnten, als auch nm Allen gereeht zu werden und 
um eincn dauerhaften und bleibenden Entschluss fassen zu 
kännen, in wie Weit man in der Zukunft zur Zierde und 
WVohlthat des Unternehmens fortzuflzhrel1 habe" etc. etc. 
Dies aber, fährt der Cardinal fort, latinne nirgends besser 
als in Rom geschehcn, wo die schünsten Gebäude und dia 
unterrichtetsten Kenner seiun, nnd so bäite er seine Kollegen 
bei der Bauverwaltung, den Architekten Terribilia und 
clen Schneider Oarlo nach Rom zu schie-ken; beiäe sollten 
ihre Gründe und G-egengründe mitbringen und über diese von 
Sachverständigen in ihrer Gegenwart verhandelt werden. 
Terribilia solle auch das schrift1icheVotun1 clerHerren (Gen- 
tiluolnini) nütbringen, die die Ansicht des Meister Carlo thei- 
len. S0 Würde man ohne viel Streit zu Ende gelangen und 
dem Volke zeigen, dass man wünsche, richtig und 
zu allgemeiner Genugthung zu verfahren, so viel 
man vermüge. 
Mügen nun die Gründe des Meister Oarlo und seiner 
Anhänger, die auf einer vielleicht etwas unklaren Vorliebe 
für die gothische Baukunst beruhten, gewesen sein, Wie sie 
wollen (Terribilia nennt sie in seine-r Rechtfertigungsschrift 
vom Jahre 1589, bei Graye HI. 490 ,,eite1 Gerede" und 
auch Gaye selbst findet sic in manchen Punkten ,,absurd"), 
so bleibt clic lebcndige Theilnahme (les Volke-s selbst an den 
künstlerischen Unternehmungen und die Art, wie dieselbe be- 
rücksichtigt wird, jedenfälls eine ungemein erfreuliche Er- 
scheinung, die mit der hohen Kunstblüthe der damaligen Zeit 
im engsten Zusalnlnenhange steht. 
Als Ergänzung zu dem obigen Briefe Palladids musa 
noch hinzugefügt werden, dass (lie in demselben versproche- 
nen und am 18. Oktobel" 1572 an den Grafen Gio. Pepoli 
abgesendeten Zeichnungen (Gaye HI. 331) in Bologna heftigen 
XVir1e1'sprucl1 von Seiten ciniger Architekten fänden, welche 
die gothische Bauweise verthcidigten und namentlich auch 
(wie Pellegrino) die von Palladio versuchte Vermischung der- 
selben mit der Antike tadelten. In der darüber geführten 
Korrespondenz des Grafen Pepoli und Palladids, der seine 
Entwürfe vertheidigt, wurde man endlich von beiden Seiten 
etwas heftig, so dass man von Bologna ans das Granze eine 
zsf
        

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