Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1386928
146. 
Gzoxmo 
VASARI 
3.11 
MICHEL 
ANGELO. 
Florenz, 17. März 
1562. 
Main hochverehrter Herr! Alle jene Unterstützung uncl 
Begünstigungen, die der edle Cosimo, Lorenzo, Leo X. und 
Clemens V11. und ihr ganzes Haus zu ihrer Zeit dan zeich- 
nenden Künsten angedeihen liessen, Ilat der Herzog Cosimo 
übertroffen; wie in allen andern Dingen, so an Pracht und 
Würde und Grossartigkeit, inäem er sich jederzeit, nicht wie 
ein Herr, sondern wie ein Beschützer und Vater unser aller 
gezeigt und alle diejenigen unterstützt hat, die in Werken 
der Tugend sich nicht ohne die Unterstützung eines andern 
zu erheben vermügen. 
Hier hat Se. Exc., wie lhr erfähren werdet, die ganze 
Genossenschaft der zeichnenden Künste, Architekten, Bild- 
hauer und Maler vereinjgt und ihnen sehr freigebig dia 
Kirche degli Scali in Pinti gescherlkt, sowie den Kapitelsaal dalla 
Nnnziata, indem or die Genossenschaft ermächtigte, ihn bin- 
nen nicht zu langer Zeit zu vollenden, mit allen Stiftsrechten 
and Privilegien, die alle Erweiterungen und Vergrüsserungen 
enthalten, um eine hohe Schule und Bildungsanstalt für (lie 
Jünglinge zu machen mit derBestimmung, diese und die von 
Inittlerem Alter zu unterrichten, so wie (lie Art und Weise 
anzugeben, sich zu üben und ihre Werke mit grässerenl Stu- 
dium zu machen. 
Den Aelteren aber, die (la der Kunst kundig sind, wer- 
dan (lie Werke überlassen, die Se. Exc. ihnen auftragen wird, 
der Welt zum ewigen Gedächtniss. Unfl zum Nutzen und 
zur Ehre Aller bat or für die Schwachen und Kranken ge- 
sorgt uncl für die Püege des Gottesdienstes, damit sie wie 
Christen leben, indem sie sich untereinander viel Liebesdienste
        

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