Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1386830
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befriedigt sein wird. Und zumal Se. Heiligkeit Gefallen 
daran zn hegen beginnt, dass ein Bild von ihm gemacht 
werde, so dass ich hoife, dass er durch das erste Bild, gleich- 
viel, ob von meiner Hand oder von der eines anderen, veranlasst 
werde, sich auch künftig dazu herzugeben. Unterdess wer- 
det Ihr nicht ermangeln, mich Sr. Excellenz zu empfeh- 
lenä denn wenn ich auch mein Haupt zu den päpstlichen 
Diensten verpiiichtet habe, so kann doch dessen Stelle in mei- 
nem Herzen weder eine bedeutendere Grässe als die seinjge 
einnehmen, noch irgend etwas anderes Würdigeres. Denn 
da ich Alles, was ich bin, durch ihn geworden, so muss ich 
auch ihm gehären, uhd seine Schüpfung bleiben so lange, wie 
ich dauere; so müget Ihr ihm also bekunden, wie ich ihn ver- 
ehre und ihm die Hände küsse. Und auch Ihr verfüget über 
mich, denn wenn ich auch Maler bin, so vermag ich doch 
vielleicht in manchen anderen Dingen mehr und bleibe ganz 
der Eurige. 
Bottari Race. I. 59. Wenige Monate zuvor (am 8. März) 
hatte Vasari einen Brief an den Herzog Cosimo selbst geschrie- 
ben, mit welchem er ihm zu gleicher Zeit sein eben ersclzienenes 
Werk über das Leben der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer 
uncl Baumeister übersendet hatte, welghes noch immer dia 
Grundlage für die Geschichte der Kunst bis zur Hälfte des 
sechszehnten Jahrhunderts bildet. Der Herzog müge daraus 
die Liebe, die Kenntniss und das Urtheil erkennen, das et 
von diesen trefflichen und schänen Künsten habe, and wie 
viel Mühe er angewendet, um es durchzuführen. Zugleich 
bittet er ihn um ein Zeichen seiner Gunst, damit er hoifen dürfe, 
unter seinen Schatten einst Frucht uncl Nutzen bringen zu dür- 
fen. Gaye Cart. H. 376. Von jener Zeit an datirt (lie nä- 
here fur Vasaü späterhin so folgenreiche Bekanntschaft mit 
Cosimo, dessen ausgedehnten Axxfträgen Vasari seinen gros- 
Sen Ruhm zu danken hatte. In seiner Lebensbeschreibung 
erzählt er Seite 282, wie er im Jahre 1555 mit Seille? 
ganzen Familie nach Florenz gezogen sei ,,zum Dienst Her- 
KünslIcr-Briefe. I. 25
        

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