Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1386806
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,,Ich Giorgio Vasari, Maler von Arezzo, verspreche, dans 
"besagte Werk zu arbeiten und zu vollenden, wie es oben 
,,angegeben ist, mit Ausnahme des Ornamentes, welches dcm 
"Herrn Abt und mir vorbehalten bleibt und zu seiner Zeit 
"bestimmt werden wird. Und zum Zeugniss der Wüzhrheit habe 
,,ich gegenwärtige Schrift mit meiner eigenen Hand unter- 
"schrieben." l) 
Der oben nach Gualan di Memorie I. 85 mitgetheilte 
Kontrakt ist zwischen G. Vasari und dom Abte des Klosters 
der heiligen Fiora zu Arezzo?) abgeschlossen worden, wel- 
cher let-ztere ,,sich sehr an der lälalerei ergützto unfl Vasarfs 
naher Freund war." ,,Er bat mich," sagt Vasari in seinem 
Leben S. 270, ,,am Ende ihres Refektoriums ein Abendmahl 
oder einen anderen ähnlichen Gegenstand im Bilde darzustel- 
len. Ich erklärte mich bcreit dazu, und um etwas zu 
machen, Was nicht ganz gewühnlich sei,entschier1 
ich mich mit Zustimmung jenes guten Paters für die Hoch- 
zeit der Künigin Esther und des Künigs Ahasverus. Das 
Ganze sollte aufeiner 15 Ellen langen Tafel in Oel ausge- 
führt, die Tafel aber zuvor an ihrem Platze aufgehängt und 
dort gemalt werden. Diese Verfahrungsweise sollte man stets 
anwenden.  Ich strengte mich an, in diesem Bilde Majestät 
11m1 Würde zu zeigon, und kann ich auch nicht beurtheilen, 
ob mir dies gelungen sei, so weiss ich (loch, das Ganze ist 
nach ziemlich guter Ordnung vertheilt, so dass man die ver- 
schiedenen Diener, Pagen, Schildträger, Gardesoldaten, die Kel- 
lerei, Kredenztische, Musikanten und einen Zwerg und alle 
sonstigen Dinge wohl unterschcidet, (lie zu einem küniglichen 
Gastmahl gehären.  Oberhalb (les Bildes, auf dem Trag- 
balken der Wülbung ist (Jhristus, Welcher der Känigin Esther 
eine Blumenkrone reicht, or ist in Fresco gemalt und dort 
angebracht, um die geistige Befleutung (les Bildes 
l) Darunter folgt die Quittung über 91 und 29 Scudi vom 24. Ja- 
nuar und 29. Februar1549. 
2) Das Klostcr ist jetzt aufgehoben und in (lell Räumen dessal- 
hen belinmlen sich die Post, eine Elelnentarschule und die A-kademie, 
z" derel] Sitzungssaal das Refektorixlnl laenntzl. wircl.
        

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