Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1386629
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gen, die vom Herzog Alexander in's Werk gesetzt worden sind; 
von ihm, der wahrhaft würdig ist, Fürst zu sein, nicht bloss 
von dieser Stadt, der ersten von ganz Toscana, sondern des 
ganzen beängsteten, elenden, schwachen 11m1 bedrückten Ita- 
liens, indem dieser grosse Arzt allein dessen schwere Schä- 
den würde heilen kännen  .     f). 
Als 61' (Alexander) bei S. Felice in piazza anlangte, wo 
ich eine vierzig Ellen hohe Faqade errichtet batte, mit Säulen, 
Bilflern and mannigfaltigen andern Monumenten, und dieselbe 
vollstäntlig beenäet sah, wunderte er sich übez- die Grässe 
und die Schne-lligkeit und überdies über die 'l'refflichkeit 
dieses Werkes, und als er nach mir fragte, wurde ihm gesagt, 
dass ich von der Anstrengung halb todt uncl aus Ermattung 
in der Kirche auf einem Bündel Zweige eingeschlafen sei. 
Er lachte and liess mich gleich rufen, und wie ich nun ganz 
verschlafen und dumm, erschüpft und erscln-Äackt vor ihn trat, 
da sagte er in Gegenwart des ganzen Hofes diese Worte: 
Dein Werk, mein lieber Giorgio! ist bis jetzt das grüsste 
und das schänste und am besten angelegt, ebenso auch ist 
es rascher zu Ende gebracht, als die der andern Meister; 
ich erkenne daraus (lie Liebe, die D11 zu mir hegst, und da 
ich Dir dafür verpflichtet bin, so wird es nicht lange wäh- 
ren, und der Herzog Alessandro wird sich Dir erkenntlich 
bewcisen, sowohl für diese, als auch Deine andern Bemühun- 
gen. Nun aber ist es Zeit, munter zu sein 11m1 Du schläfst? 
Und mit oiner Hand mich am Kopf ergreifend, zog er mich 
zu sich, gab mir einen Kuss auf die Stirne und dann zog er 
weiter. Ich fühlte mich ganz erregt, und die Lebensgeister 
die mich wegen (les Schlafens verlassen, erwachten von Neuem 
l) I-Iierauf folgt dic Bcschrcilmuug aller Einrichtungcn, wohei zlwrg; 
gcschildert wird, wie der Ilerzog Alexander, chu cr nus Florenz zog, 
um den in der Certosa wohncnden Kaiser abzuholcn, alle Orte, an 
denen BOgGII etc. errichzel; waren, bcsuchte. Während mm Vieles 
nuch unvollendct war, fand er VasarPs Aufgäbe, S. Felice in Piuzza 
mil, eincr Faqade zn zieren, EÜIÜSÜ-
        

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