Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1386523
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zogen wird, als das Verdienst. Die Herzogs-, Marchesen- und 
Grafenkronen fallen Füchsen, Greifen und Lüwen zu, vor 
deren List, Klauen und Stolz man sich nicht retten kann. 
Aehnlich fallen mitunter die Mützen der F [ürsten] Schaafen 
Änd Maulthieren auf den Kopf, indem der eine oft blos durch 
seine Geburt in den Platz des Vaters einrückt, und der an- 
dere nur lebt, um zu faullenzen und zu essen. Die K [apuz- 
zen?], welche Schweinen versehiedener Art zufallen, die sich 
im Schlamm der Lüste wälzen, verursachen bei ihren C . . . . . 
gewühnlich die Bubenstücke, die Euch bekannt sind. Die 
Sehleier und Hauben der N [onnen] fallen auf die Küpfe von 
Katzen, indem ihre Oberleitung sich oft in den Hänäen von 
Weibern beündet, die nur wenig Gehirn haben. Der Solda- 
ten Sturmhauben fallen auf die Küpfe von Speehten, Kuk- 
kuken unrl Papageien, und "(lie gewühnlichen Mützen sind dazu 
bestimmt, ganz auf gut Glück Uhus und Nachteulen zu be- 
decken, sowie Schuhus, Kernbeisser und Sperber; und die ver- 
schiedenen Arten des weiblichen Kopfputzes um Bachstelzen, 
Käutzehen, Amseln, Heuschrecken, Heimehen, Motten 11m1 
Schmetterlinge damit zu bekleiden. 
Und Wie so ein Jeder mit seiner Würde bekleidet wird, 
je nach dem Orte, an dem er .sich befindet, and naeh 
dem Zufall, womit die Früchte des Baumes ihn treifen, hat 
dieser mein Freund seine Idee vermittelst der Zeichnung, die 
ich schicke, Ew. Herrl. gezeigt; denn obschon die Sache et- 
was profan ist, so ist sie mir doch so eigenthümlich vorge- 
kommen, dass ich sie Euer würdig gehalten habe, und damit 
Ihr auch äen Cardinal etwas zum Lachen bringt. 
Unterdess Werde ich mich bemühen, meine Gesundheit 
wieder zu gewinnen, und Ihr werdet Sr. Hochw. zu verstehen 
geben, dass ich seinen Brief dem Herzoge Alexander gesandt 
habe, und dieser hat mich bedeutet, nach Florenz zu kom- 
men. Ich werde hier den ganzen September bleiben. An- 
fangs Oktober aber werde ich seinem Befehle nachkommen 
und von äa m1 Werdet Ihr mein Befinden täglich wissen.
        

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