Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1386368
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damaligen Zeit sinä Klagen über schlechte odcr mangelnde Be- 
zahlung sehr häufig. Was unseren Cristofano anbelaugt, S0 
scheint sein Klage- und Mahnbrief nicht viel Erfolg gehabt zu 
haben, indem wir ihn zwei Jahre später noch in derselben Noth 
iinden. Vom 23. Oktober 1556 nämlich existirt ein Brief, den 
er aus Como an eine nicht bekannte Person in Florenz ab- 
gesendet hat. Es heisst glarin: er habe zwei Kisten voll 
Porträts, sie müssten bald abgehen, weil (lie Regenzeit sonst 
schadehwürde. Es ginge ihm jämmerlich schlecht  er 
stocke im Kothe bis an die Augen!  er hoffe aber, dass ihm 
seine Lente dort in Florenz helfen würclen, und wollte also 
fiählich weiterarbeiten. Dabei giebt er ein Verzeichniss der fer- 
tigen Porträts, von denen einige sehr interessant sind, wie z. B. 
das des Hermolaus Barbarus, Columbus, Jac. Üfriulzius, Eras- 
mus Roterdamus, Baldassal- Castelion, Bessarion Carfl, Ingil- 
terra, Cardinale d. 11, Cardinal Pole; Philippus Melanton etc. 
Gualandi a. a. O. I. 371. 
GIORGIO 
VASARI. 
Rasch fertig, wie zum Malen, war Vasari auch zum Schrei- 
ben. In Briefen ist seine Produktivität nicht Weniger gross, 
als in Bildern. Seine Korrespondenz ist clie grüsste und aus- 
gedehnteste, dia mir von einem Künstler des sechszehnten 
Jahrhunderts bekannt geworden ist, und ich glaube überhaupt 
nicht, dass je ein Künstler so viel geschrieben hat, als er. 
Dass er gern schreibt, sieht man überdies a11en seinen Brie- 
fen an. Gleichsam um sich von seiner wirkhch rastlosen 
Thätigkeit zu erholexl, geht er (las Geleistete gern noch ein- 
mal im Briefe durch. S0 beschreibt er die Feierlichkeiten 
beim Einzuge CarPs V. in Florenz, unmittelbar naehdem diese 
und seine eigenen fast übermenschlichen Arbeiten daran be- 
endet waren, sehr ausführlich au Pietro Aretino (Br. 137), 
und noch vierzig Jahre später, nachdem er (lie. Bilder in der 
Sala regia des Vaticanischen Palastes zu Rom vollendet hat 
und "nieht bloss matt, sondern halb todt" ist, sehreibt el- un- 
ter dem 2. Mai 1_572 an Vincenzo Borghini, an den Prinzen 
Francesco and emen sehr langen Brief an C-osimo (Gaye
        

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