Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1386350
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mit der Bitte 11m Unterstütznng in meiner Noth zu behelligen, 
so würde ich es sehr gern thun. Aber der Tod meines Va- 
ters hat mich in zu grosser Bedrängniss gelassen, indem ich 
Schulden habe und meine alte. Mutter, 11m1 eine Schwester 
nnd zwei Neifen, rlenerx ich Lebensunterhalt geben muss. 
Deshalb bitte ich Ew. Exc., mich mit etwas unterstützen 
zu wollen, damit ich meiner Mutter Brod geben kann; und 
darum bitte ich Euch, um der Liebe Gottes willen, denn 
lxeute ist es schon ein Jahr, dass ich nichts erhalten habe. 
Noclnnals ersuche ich Euch, Mitleid mit mir zu haben, und 
Gott müge es gefallen, Euch auf lange Zeit zu beglücken! 
Der Brief ist mitgetheilt von Gualandi in der Nuova 
Race. I. 46. Die Adresse lautet: "der Maler Tofano an den 
Ilerzog von Florenz. Dal Museo etc." Daraus ist zu schlies- 
sen, dass der Brief ans 00m0 datirt ist, wohin Herzog C0- 
simo den Maler geschickt hatte ,,un1 in dem Museum des 
Nlonsignor Giovio eine Auswahl berühmter Personen, ans 
einer sehr grosscn Anzahl, Welche jener seltene Mann (Schrift- 
steller und Bischof von Noeera, gestorbexl in Florenz 1552) 
in unsern Tagen gesammelt hat, zu kopiren." Vasari VI. 
173. Cristofano, bei Bronzino und Pontormo gebildet, hatte 
sich ganz der Porträtmalerei gewidmet, und die Zahl der 
Porträts für Herzog Cosimo, schon als Vasari dies schrieb, 
bis auf 280 gebraeht, welche den Grund zu der ungemein 
zahlreichen Sammlung von Bildnissen in den Korridoren der 
Ufüzien zu Florenz gelegt haben. Cristofano hat, wie Va- 
sari sagt, wenig anderes gethan "weil dieser Zweig der Ma- 
lerei seinem Greist oder seiner Neigung entsprecheg" wenn er 
aber hinzufügt (S. 199) er habe davon "genug Ehre und 
Frueht geerndtet," so hat er dies wohl mehr im Interesse 
seines Fürsten als der Wahrheit gesagt, indem uns dieser und 
der zugleich aIlZufühIGHdG Brief den Künstler in grosser Noth 
zeigen. Ich habe denselben eigentlich nur aus dem Grunde 
hier eingereiht, um zu zeigen, wie die überrasche und künst- 
lich gesteigerte Kunstproduktion schon gegen die Hälfte 1169 
sechszehnten Jahrhunderts gar schlimme Folgen Für aie 
Künstler herbeigeführt hatte. In den Briefen der Künstlev" (10? 
KünsLler-Briefe. l. 25
        

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