Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1386312
381 
einzelnelf Gestalten in Relief gearbeitet (vgl. meine Denkmä- 
ler der Kunst Taf. 72. Fig.  zu denen er allerdings be- 
deutender Beihülfe bedürftig sein musste; für den Altar da- 
gegen waren Gruppen von grossen freigearbeiteten Figuren 
bestimmt. Zunächst auf der Vorderseite der Leichnam Christi 
von zwei Engeln umgeben; auf der Rückseite dagegen Gott 
Vater auf eineln Throne, ebenfalls von zwei Engeln umgelwen. 
Unter einem freistehenden Bogen aber, dem Eingange des 
Chores gegenüber, sollten Adam und Eva zu Seiten des Bau- 
mes der Erkexlntniss zu stehen komlnen. Diese Werke hat- 
ten keinen guten Erfolg; der Christus und der Gott Vater 
waren zu gross, so dass sie sogar der Kultushandlung keinen 
Raum gewährten und Bandinelli arbeitete den letzteren später 
11m, wobei er ihn in einen Jupiter verwandelte; ebenso wurde 
Adam in einen Apollo, Eva in eine Ceres verwandelt, und 
als er die beiden letzteren Figuren von neuem gearbeitet 
und aufgestellt batte, fanden die florentinischen Splitter, sie 
verdienten nicht minder aus der Kirche geworfen zu wer- 
den, als ihre Vorbilder aus dem Paradiesel). Dass indess 
derartige Urtheile unseren Künstler nicht an sich selbst irre 
machten, geht aus der grossartigen Arroganz hervor, die sich 
in so vielen Stellen der Briefe aussprieht, und die eine sehr 
natürliche Ergänzung seines büsartigen und widerwärtigen 
Charakters ausmacht. 
i 
1) Im achtzehnten Jahrhunderb wurden (lie Figuren wirklich aus 
der Kirclne entfex'nt,jedocl1 nicht sownhl wegen des geringen Kunst- 
werzhes, als wegexl der Nacktheit dersclben.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.