Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1386208
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man durch die erhabene Arbeit die Natur noch nicht besser 
nachahmt, als auf eine anrlere Weise. Im Gegentheil nehmen 
sie vielmehr nur das ans der Natur auf, was diese schon er- 
haben gebilclet hutte, so dass alles, was sich (laran an Run- 
dem oder Breitem oder Erhabenenx befmdet, nicht eine Sache 
der Kunst ist, denn es Waren sehon Breite und Hühe und 
alla Verhältnisse, (lie den festen Kürpern eigen sind, von An- 
fang an da; eine Sache der Kunst sind vielmehr nur die Linien: 
die besagten Kärper umgeben, und die sich auf der Ober- 
Häche befintlen.  
Weshalb denn, Wie schon gesagt, das Erhabensein nicht 
der Kunst, sondern der Natur angehiirt; und dieselbe Ant- 
wort hat auch ihre Geltung, wo jene vom Tastsinne sprechen; 
denn eine Sache erhaben finden, ist eben, wie gesagt, nieht 
in der Kunst begründet l)  .  .  
Von allen den bisher angeführten an Benedetto Varchi 
gerichteten Briefen über das Verhältniss der Skulptur zur 
Malerei ist der obige bei Bottari I. 30 abgedruckte offen- 
bar der klarste und verständigste. Schon die schiine und 
lichte Schreibweise bekundet, nzunentlich im Vergleich mit 
den übrigen Briefen, die aussergewühnliche Bildung des Schrei- 
bers. Dieser War der Horentinische Maler Agnolo di Üosimo 
Allori, gewühnlich Agnolo oder Angelo Bronzino genannt, 
der zugleich Kenner der Litcratur und nicht unbedeutender 
Dichter war und von der Akademie der Crusca zu ihreln 
Mitgliede ernannt wurde. Mit Benedetto Varchi war er nahe 
befreundet, wie auch aus zwei anderen an diesen gerichteten 
Briefexx bei Bottari I. 117 und V. 75 hervorgeht.  Ueber 
die Veranlassung dieser und der übrigen Briefe, zu denen 
auch noch der des Bildschnitzers und Baumeisters Tasso 
vom 16. Februar 1546 (Bott. Race. I. 27) zu rechnen ist, 
s. oben S. 222 und 225. 
Der 
Brief isb unvollencict.
        

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