Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1386100
123. 
J ACOPO 
DA 
PONTORMO 
311 
BENEDETTO 
VARCHI. 
Florenz, 
18. Februar [1546]. 
Das Vergnügen, verehrungswürdigster Messer Benedetto! 
das Ihr, wie ieh weiss, an einer schänen Malerei oder Skulp- 
tur findet, und ausserdeln die Liebe, die Ihr für die Männer 
dieses Berufes hegt, lassen mich glauben, dass Euer feinge- 
bildeter Verstand sich bestrebe, die Würde und des Verhält- 
niss jeder dieser beiden Künste zu ünden, eine Untersuchung, 
die gewiss sehün und SÜIIWGI" ist, und Euerem seltenen Ta- 
lente zur Zierde gereicht. Und da ich von einem EurerBriefe 
aus den letzten Tagen mit so vie] Wohlwollen um jene Ver- 
hältnisse ersucht worden bin, werde ieh zwar vielleicht nicht 
verstehen und vermägen, mit Worten und mit Tinte die 
Mühe desjenigen, der da. in der Kunst arbeitet, auszudrücken, 
jedoch will ich Euch für einige rlieser Punkte und deren Bei- 
spiele ganz einfach und ohne irgend einen Schluss zu ziehen, 
zlasjenige mittheilen, was ich davon denke. 
Die Sache ist an sich so schwer, dass man nicht dar- 
über disputiren, und noch Weniger sich entscheiden kann, 
denn es giebt nur eine Sache, die edel ist, und die allem 
Andern zu Grunde liegt, und das ist die Zeichnung. Und 
alles Andere ist im Vergleich zu dieser schwach und unbe- 
deuterld. Ihr seht es ja auch, wie jeder, der die Zeichnung 
besitzt, in der Malerei wie in der Skulptur tüchtig ist. Und 
wenn alles Andere, was man anfihren känntca, nur schwach 
and schleeht im Vergleich zu jener ist, wie lässt sich dann 
noch streiten, es sei denn, dass man diese, die ihres Gleichen 
nicht hat, ganz bei Seite lasse und andere sehwächere Dinge 
anführe, ohne jemals zu irgentl einenl Ende oder Abschluss 
zu gelangen  
Ü 
Die 
obige 
frei 
isl, cLwas 
Szclle 
übersetzt. 
Ich 
füge 
deshalb
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.