Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1386068
121. 
BENVENUTO 
OELLINI 
an 
BENEDETTO 
VARCHI. 
1559. 
Mai 
Florenz, 
Berühmtester und hochzuverehrender M. Benedetto! Ich 
_muss Euch mittheilen, dass ich meinen einzigen Sohn') verloren 
habe. Nie im Leben habe ich irgend etwas gefunden, das 
mir eine grässere Fraude gemacht hätte! Nun hat ihn mir 
der Torl geraubt und der Schmerz vermochte so viel über 
mich, class ich gewiss glaubte, ich würde mit ihm hinweg 
müssen; rlenn ich glaube, dass ich aus ersichtlichen Gründen 
nicht mehr einen solchen Schatz werde zu hoffen haben. Und 
da. es mir wohlgeiiel, ihm zu meiner Genugthmiung etwas Ruhm 
zu verschaifeng), so ist mir durch die Begünstigung der Brü- 
der della. Nunziata erlaubt worden, für ihn ein Grabmal zu 
errichten, bis es Gott gefällt, dass ich mich an seiner Seite 
zur Ruhe lege, in einem geringen Grabmal, Wie es von mei- 
ner Armuth zu jener Zeit wird errichtet werclen künnen. In- 
dessen Will ich jenes Grab mit Engeln, die Fackeln in den 
Händen tragen, ausmalen lassen und zwischen ihnen eine Grab- 
schrift, Ich lege Euch dieselbe, so gut ich sie in meiner rohen 
und schmucklosen Weise habe machen künnen, hier vor, da 
Ihr mit Euren bewunderungswürdigen Fähigkeiten viel besser 
werdet ausdrücken künnen, was ich sagen mächte;  und 
ob es Eucli gefallen mächte, es lateinisch oder toskaniseh zu 
machen, überlasse ich ganz Eurem unfehlbaren Urtheil. Wenn 
ich Euch aber damit beschwerlich falle, so verzeiht mir nur 
dies einemal und verfiigt über mich, der ich Euch immer zu 
dienen bereit bin. 
 
1) Cellini fügt hinzu nquasi allevato", was 
die erste Ernährung des Kindes beziehen kann. 
2) Fnrgli un poco di Iume  
hier 
IIIIT 
auf
        

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