Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1386034
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Vasall und Diener Ew. Excellenz will ich mich zufrieden stel- 
len, wenn es Euch gefällt, mir 5000 Goldclukaten in baa- 
rem Golde, und 5000 Dukaten in Immobilien zu geben, (la 
ich entschlossen bin, diesen Rest meines Lebens im Dienste 
Ew. Exc. zu verleben und darin zu sterben. Unä wenn ich 
Euch ein so vortreäliches und schünes Werk gemacht habc, 
so hoffe ich das andere ganz bewundernswerth zu 1nac11en 
und die Alten, sowie (lie Neueren hinter mir zu lassen nach 
äem Urtheile der Welt, von welchem allen Ew. Erl. Herrl. 
unsterblichen and glorreichen Ruhm gewinnen wird. Nur be- 
schwäre ich Euch bei der Maeht und der Gewalt Grottes, 
dass Ihr mich auf dans baldigste befriediget, indem ich, so ge- 
halten, umkomme; auch mäget Ihr Euch erinnern, wie ich 
Euch immer gebeten habe, mir den Rest meiner armen Unter- 
stützung zu gewähren, der mir ans derZeit des glücklicheren 
Zustandes, in welehem icb mich einst befunden, gebliebexl ist, 
indem ich dann mit Zufrieclenheit Euer Schicksal theilen will, 
welches so glücklich als müglich sein mägeU) 
Müge Ew. Exc. beachten, wie grosse Reichthümer ich 
bei der nahen Verbindung, (lie ich mit jenen Barbaren 2) 
batte, hätte zusammenbringen kännen, and trotzdem begnüge 
ich mich weit Iieber mit einem Scudo von Ew. Exc., als mit 
hundert von irgend einem andern Fürsten, indem ich stets 
Gott bitte, Euch im vollen G-lücke zu erhalten. 
Der obige bei BottariI. 107 ohne Adresse abgedruckte 
Brief, ist hiichst wahrscheinlich an den Herzog Cosimo ge- 
richtets), von dem Cellini die Bezahlung saines Perseus erbittet 
(s. meine Denkmäler der Kunst Taf. 73 Fig. 6). Ueber die 
Rechnungen und andelje auf den Guss und (lie Bezahlung 
des Perseus bezüglichen Dokumente vgl. T assi III. 20-26, 
48-53 und 75. 
1) Volendo contenta correre seco la sua felicissinla forzuna. 
2) D. h. die Franzosen, indem Cellini hier in einer sehr weuig 
verbindlichen Weise auf seinen Aufeuthalt in Frankreich anspielt. 
3) Nach Carpani bei Tassi III. 327 ist er an den Geheimschreiber 
des Herzogs Jacopo Guidi gerichtet. 
Künsller-Briefc. l.   23
        

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