Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1385976
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Briefe dieses letzteren an unsern Künstler, datirt von Padua 
17_ Jnli 1535, hervorgeht (Bott. III. 260), in welchem er 
ihm für (lie Bcreitwilligkcit, wegen der Nledaille die weite- 
Reise zu unternehmen seinen Dank ausspricht, ihm aber un- 
ter warmenFreundschaftsxfersicherungen davon abzureden sucht, 
indem er sclbst vielleicht bald einmal nach Florenz kälne, 
wo sich der unstete Cellini damals aufhielt.  Vgl. auch den 
Brief Pietro Aretinds an den Bilclhauer Leoni vom 25. Mai 
1537 (Botta. III. 85), aus welcheln hervorgeht, dass Üellini 
von dem Cardinal Hir "(leu Entwurf saines Portraits" sehr 
reichlich belohnt worden ist. 
117. 
BENVENUTO 
CELLINI 
an 
BENEDETTO 
VARCHI. 
Flore nz, 28. Juni') 
1546. 
Viel besser würde ich mich über das Wesen dieser so 
mächtigen Kunst mündlich aussprechen künnen, als darüber 
schreiben; denn ich diktire schlecht und schreibe noch schlech- 
ter. Aber trotz alle clem, (la habt Ihr mieh, wie ich bin! 
Ich behaupte, dass unter allen zeichnenäen Künsten die Bild- 
hauerkunst die siebenmal grässere sei; denn die der Skulptur 
angehürende Statue muss acht Ansichten haben und alle müs- 
sen gleich gut sein. Daher kommt es, dass (Ter Bildhauer, 
der dieser Kunst weniger zugethan ist, sich mit einer schü- 
nen Ansicht begnügt, hüchstens mit zweien; and um nicht (lie 
Mülue zu haben, von dieser schünen Parthio etwas abfeilen zu 
müssen, und sie mit jenen sechs, die nicht so schiin sind, in 
Ucbereinstimmung zu bringenÜ, wird seine Statue arg vernach- 
währcnd bei Bottari 
non tanto belle. 
1) Nach Tassi III. 320, 
28. Januar angegeben ist. 
2) Porlo in su quelle soi 
irrthümlich 
der
        

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