Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1385845
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Der obigc Brief ist von Gaye (Cart. II. 261) bokannt 
genmcht worden. Er bezeugt, dass dia Aufträige, dia Giulio 
Romano während seiner Thütigkeit in Mantua von dem Her- 
zoge von Fermra zu 'I'heil wvurden, ausgedehnter waren, als 
man nach Vasari schliessen sollte. Denn während dieser 
(HI. 2 S. 412) nur von l-Izultelissetzxlueten spricht, für welche 
Giulio Romano dem Herzoge die Zeiehnungen gefertigt hätte, 
so geht aus dem Briefe hervor, dass er auch in baulichen 
Dingen von demselben beschäftigt worden ist. Ausserrlem 
ist der Brief ganz geeignet, uns den freundschaftlichen Ver- 
kehr zu bestätigen, der zwischen dem Kürxstler und Federigo 
Gonzaga stattfalad, welcher letztere, wie Vasari S. 413 sagt: "Gin- 
lio mehr geliebt batte, als sich nur sagen lässt." Aueh von den 
vorerwähnten Briefen geben mehrere andere Zeugniss von 
diesem innigen Verhältnisse, obschon bei der Hast und dem 
Ungestüm, mit dem (lie Arbeiten zu Mantua betrieben wor- 
den zu sein scheinen (vgl. u. a. den Brief Giulids vom 
13. Juli 1538 bei Graye II. 272), es auch an mancherlei 
augenblicklichcn Misshelligkeiten nicht fehlen konnte. Da 
tritt clenn allerdings der Herr und Gebieter mitunter etwas 
unverhiillter in Federigo hervor, als man sonst wohl erwar- 
ten sollte. S0 heisst es z. B. in einem Briefe desselbcn 
vom 10. November 1531 am Schluss: ,,Wenn wir bei unserer 
Rückkehr nicht alle Zimmer und Gemächer fertig 11m1 so 
weit vollendet finrlen, dass man (latin wohnen kann, so wer- 
den wir uns so mit Euch stellen, dass es Euch hüchlichst 
missfallen wird. Gebt uns also keilue Ursachc, Euch zu zür- 
nen!" Gaye II. 242.
        

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