Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1385737
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chen vcnetianischen Kolorit des Scbastiano jcnem Bildc selbst 
nebeu der Transfiguration des Rafael einen mehr als gcwähn- 
lichen Erfolg sichern konnte. ,,Fast im Wifetteifel" mit Ra- 
fael" sagt Vasari irn Leben Sebastiands (III. 2. 425)  
gann Sebastiano eine Tafel von dersclbexi Grüsse, als die 
Verklärung RafuePs, einc Auferwcckung des Lazarus, der 
vier Tage im Grabe gelegen. Sic war mit grossem Flciss 
gcmalt, in cinigen Theilen nach der Zeichnung und Anord- 
nung Michel Angelds. Beide Bilder wurcien zum Vergleich 
üifentlich im Oonsistorium ausgestellt, und das eine, wie dais 
ancire sehr gerühmt, denn übertraf auch dies Genaälde Ra- 
faeYs durch hüchste Anmuth und Schünheit jedes andere, so 
fanden (loch auch die Mühen Sebastiands bei jedermann 
ehrenvolle Anerkennung." Dass Michel Angelo dem Freunde, 
der darailf ausgizig, im Wetteifei- mit Rafacl etwas Ausscror- 
dentliches zu lcisten, mit Rath und That beistand, scheint 
sehr natürlich und gar keiner besondcren Erklärung aus 
seiner Spannung mit Rafael u. s. w. zu bedürfen. Ich kann 
weder darin, noch in dem Bestreben Michel Angchfs, dem 
Sebastiano nach Rafaefs Tode einen besondcrcn Ehren- oder 
gar, wie Vasari sagt, dcn ,,crsten Platz" in der lilalerazi zu 
sichern, etwas Auifallendes, gesclnveige denn etwas so 'l'aic1elns- 
werthes erblicken, ais manche darin schen wollen. Jcnes 
Bcstreben mag, in Bezug auf die Pcrson Sebastiands, ais 
ein Missgrif bezeichnet werden; nimn1er1nehr aher kann der 
Wunsch, seinem Freunde, der ührigens in der 'l'ha.t (aimer 
(lcr ersten Oelmaler der damaligen Zeit war, zu Ansehu 
und Ehre zu verhelfen, Michel Angelo zum Vorwurf ge- 
reiche-n.
        

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