Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1385635
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terszeit schieken musste, 11m wegen der mir durch ihre ränke- 
vollen Einrcden verursachten Besehwerlichkeiten die besagten 
Malcreien zu überbringen. 
Aus diesem Grundc bitte ich Ew. Erl. und Hochw. 
Herrl. von Neuem, dieselben in Ihrer unbegrenzten Güte zu 
ersuchen, ihrer Schuldigkeit und Püicht nachzukommen, da- 
mit nicht meine Ehre auf solche Weise beüeckt bleibe und 
ieh in der guten Meinung verharren künne, die ich immer 
von dem Glanz jener herrlichen und grossmüthigen Stadt ge- 
habt habe. Denn ich darf mich wohl rühmen, ein billig den- 
kender Mensch zu sein, weshalb ich mich immer mit dem, was 
recht und billig ist, zufriedenstellen werde, insofern diese An- 
gelegenlmeit auf freundliche Weise behandelt wird; ündet aber 
dans Gegentheil statt, so werde ich mich wider meinen Willen 
gezwungen sehen, sic auf dem Wege der Gerechtigkeit-ent- 
scheiden zu lassen und in alle Zukunft ihrc Handlungsweise 
zu bedaucrn. Und indem ich hiermit schliesse, empfehle ich 
mich Ew. Erl. und Hochw. Herrl. von Herzen und küsse 
Ihnen die Hände. 
Nachdem Tizian die Bilder für den grossen Saal des 
städtischen Palastes zu Brescia vollendet hatte, wurden zwei 
demselben erst auf einige Zeit in der Kirche S. Bartolomeo 
alP ora. di Rialto üflbntlich ausgestellt und sie sodann alle 
drei im October (les Jahres 1568 (vgl. oben 305) nach 
Brescia; geschickt, wo sie zunächst dem mit Tizian nahe be- 
ü-eunäeten Cristoforo Rosa übermacht wurden. Im Anfang 
des Jahres 1569 ("zut Winterszeit" wie Tizian in seinem 
Briefe sagt) ging dann Tiziads Sohn Orazio nach Brescia, 
um dieselben an dem für sie bestimmten Orte anzubringen, 
und es wurden dia Gemälcle in soiner Gregenwart auf 1000 
Goldducaten abgeschätzt, obschon man sich nicht davon über- 
zeugen konnte, dass dieselben wirklich von der Hand Tiziads 
hel'rül"l'ten- 0111210, durch diesen Zweife], wie es scheixxt, 
gekränkt, so wie auch mit der Hühe des Preises nicht zufrie- 
dan, verweigerte die Annahme äesselben and nun schrieb Ti- 
zian den obigen, bei Zamboni Append. V. Nr. 4. p- 143
        

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