Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1385611
311 
glelche mit ihnen gelangen liesse, sowohl um x1icht allzu strenge 
zu erscheinen, als auch um mit denselben in gutem Einver- 
nehmen zu bleiben, indem es weder in meiner Gewohnheit, 
noch in meiner Neigung liegt, einen Process auzufangen, es 
sei denn, dass ich mit Gewalt dazu gezwungen wiirde. 
Ich bitte Sie also inständigst, bei der Liebe, die Sie in 
so grosser Freundlichkeit immer für mich gehegt haben, und 
bei meiner langjährigen Dienstbarkeit and Ergebenheit gegen 
Sie, in dieser Angelegenheit mit Ihrer gütigen Vermitteluxlg 
einschreitexl zu wollen, so dass ich mit jenen ein ehrenvolles 
Abkommen t-reHen, und Ihrer Herrll. vDiener bleiben kann, 
wie ich es von Anfang an aus Liebe zu meinen dortigeu 
Gännerxm gewesen bin, auf deren Veranlassung ieh zu jenem 
Werke berufen worden bin; sowie auch wegen des Rufes 
von deren Freigebigkeit, indem ich die Arbeiten für meinen 
Künig, so wie vieler anderer meiner Herren hier in dieser 
Stadt ihretxwfegen unterbrochen habe. 
Der Grrund, ans welchem sie mir dasjenige, was mir ge- 
bühret, vorenthalten nlüchten, ist der, dass ich mich mit dem- 
je-nigen Preise zufrieden gestellt erklärt habe, auf welchen 
besagtes Werk abgescvhätzt werden würde; und der Grund. 
weshalb ich nicht einem solchen Verluste zu unterliegen ge- 
meint bin, ist der, dass die Sache von Personen abgeschätzt 
werden muss, die der Kunst verständig sind, d. h. von Ma.- 
lern und zwar von ausgezeichneten Malern; und wenn ich 
auch damit zufrieden gewesen bin, dass mir durch die Env 
scheidxlng jener beiden in der Schrift genannten Doctoren, et- 
was von demGelde abgesprochen werden dürfe, das mir mit 
Fug und Recht gebührte, so muss doch jene Abschätzung, 
unter der ich eine in gutem Glauben vorgenommene verstan- 
den habe, von Meistern der Kunst gemacht werden, die so- 
WOhI über die Frage, ob das Werk von meiner Hand sei, 
2118 811011 über den Werth desselben ihr von allem Verdacht 
des Betruges oder der Büswilligkeit freies Gutachten zu geben
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.