Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1385558
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hätte allerdings lieber durch Thaten, als in Worten darauf 
Antwort gegeben; aber dia Malereien sincl etwas unbequem 
zu handhaben, wenn man auf gewisse Stellen den Firniss 
auftragen will, der, ohne an die Sonne gesetzt zu werden," 
nicht trocknen kann, so dass ich, um es kurz zu sagen, viel- 
leicht bei der Verzägerung meiner Antwort auf Euren Brief 
wenig artig erscheinen würde; und so melde ich denn Eww. 
HerrlL, dass ich, sobalcl es nur angeht, alles mit dem Herrn 
Nuntius in Ordnung bringen und ihm alle Malereien zustel- 
len werde, damit Eww. Herrll. Gebrauch davon machen und 
aus deren Wirkung, wenn sie an ihrem Orte angebracht sein 
Werden, ersehen künnen, welcher Art meine Bemühung, Ihnen 
zu dienen, gewesen sei. Und indem ich Sie ergebenst bitte, 
über mich zu verfügen, empfehle ich mich vielmals Ihrer 
freundlichen Gunst. 
Ueber den Gegenstand dieser beiden Briefe, die bei 
Zamboni Memorie App. V. Nr. 2 unrl 3 p. 142 abgedruckt 
sind, vgl. oben B. 98. Es ist dem dort geschilderten Sach- 
verhalt nur noch lünzuzufiigen, dass Tizian sich erst mit 
grossem Eifer an die von den Bauvorstehern aufgetragexle 
Arbeit machte, und in Folge davon von diesen wiederunl 
100 Goldscudi auf Abschlag erhielt. Auch sind schon An- 
fang des Jahres 1566 nach einem Briefe des brescianischen 
Nuntius die beiclen ersten Bilder fast fertig gewesen, die 
grosse Kälte verhinderte Tizian damals nur, daran weiter zu 
arbeiten (15. Januar 1566). Seit jener Zeit aber ging die 
Arbeit etwas langsam von Statten, so dass die Deputirten sich 
an den Procurator Girolamo Grimani mit der Bitte Wandten, 
Tizian etwas anzutreiben. Als Antwort auf diese Beschleu- 
nigungsversuche, die überdies durch das Einstcllen aller wei- 
teren Abschlagszahlungen unterstützt mu-den, sind nun die 
obigen Briefe zu betrachten, nach welehen dann Ende Ok, 
tober des Jahres 1568 die Bilder wirklich nach Brescia ge- 
schickt wurden. Der weitere Verlauf der Angelegenheit ergiebt 
sich aus dem unter Nr. 102 folgenden Brief Tiziazfs vom 
3. Juni 1.569.  
Künstler-Briefe.
        

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