Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1385517
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Es ist darin gleich Anfangs bemerkt, dass man in Be- 
zug anf die Grässe der Figuren nicllts näheres angeben wolle, 
darüber Solle der so ungemein erfahrene Kiinig der Ma- 
le r allein entscheiden, der es nach seiner Kenntniss der 
Perspektive so einzurichten wissen werde, dass die Figu- 
ren eher etwas über, als unter Lebensgrüsse erscheinen 
würden. 
Viel specieller und bis in das kleinste Detail einge- 
hend, sind nun aber die Anweisungen in Betreff der darzu- 
stellenden Gegenstände. In dem mittleren Bilde sollte näm- 
lich die Personifikation der Stadt Brescia mit Miner-va, Mars 
und drei Najaden dargestellt werden; und zwar soll die 
Brescia an dem besten Orte in der Luft schwebend gemalt 
werden; sie soll schün sein, aber ernst und würdig; reich 
gekleidet, aber ohne Krone und künjgliche Gewänder; das 
Gewand weiss, nach antiker Art und mit einer azurblauen 
Binde, die Arme und die rechte Brust entblüsst; mit der 
Rechten solle sie eine goldene Statue nach Morgen zu rei- 
ehen, während die Linke mit Iiebevoller und frommer- Ge- 
behrde auf der Brust ruhe. Die goldene Statue stellt den Glau- 
ben dar, mit einem Füllhorn, und S011 der Figur ähnlich gebildet 
werden, welche sich auf der Rückseite einiger Kupfenniinzen 
des Kaisers Trajan befindet. Ueberrlies hat die Figur eine 
Lüwenhaut umgeworfen und man erblickt bei ihr als eine An- 
spielung auf ihren Ursprung  die Stadt soll nämlich von 
Herkules gegründet sein  eine Keule. 
Die Minerve. ihr zur Seite soll nicht als Güttin des 
Krieges, nicht als Pallas, sonder-n als Friedensgättin darge- 
stellt werden; sie beündet sich auch in der Luft, reehts von 
der Brescia. Sie ist jung und schän, hat himmelblalie Augen 
und frei nach hinten Hatterndes Haar. Auf dem Haupte hat 
sie einen Hehn, ähnlich Wie auf einigen athenischen Silber- 
münzen, darüber eine goldene Sphinx, deren Gestalt eben- 
falls ganz genau beschrieben wird. Eben so genau wird der 
Schnitt des "jungfräulichen" Gewandes angegeben; zu ihren 
Füssen befindet sich ein krystallner Schild und die Eule; in 
der Hand hält sie einen Oelzweig mit Früchten daran, und 
1hre Stelhmg wird dahin angegeben, dass sie die Brescia an- 
zublicken habe. 
Allf de? aHÜ-Bren Seite von dieser soll nun Mars darge- 
Sfellf Wefdell, KTOSS, kräftig, furchterregend; mit feurigem dro- 
hendem Blicke. Er soll eine antike reiche Kriegskleidung
        

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