Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1385421
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Auch dieser bei Ticozzi (App. HI. p. 312) abgedruckte 
Brief zeugt von der feinen Weltkunde Tizialfs und von sei- 
nem richtigen Geschicke, die günstigen Augenblicke, 11m 
sich bei seinen Günnern in Erinnerung zu bringen, zu be- 
nutzen. Derselbe trägt weder bei Bottari noch bei Tieozzi 
ein Datum, wird aber clurch seinen Inhalt in dieselbe Zeit 
mit dem Briefe an Benevides gesetzt (s. Nr. 93). Alle die 
hier genannten Bilder, die für ein Zimmer bestimmt ufaren, 
untl deren Weibliche Figuren sich den Augen von verschie- 
denen Seiten prsesentiren, sind von so merkwürdiger Jugend- 
frische, dass man es kaum für müglich hält, dass Tizian, als 
er dieselben gemalt, schon gegen 80 Jahre alt gewesen sei, 
eine Bemerkung, die überhaupt auch auf die zahlreichen Bil- 
cler ihre Anwendung findet, (lie Tizian in dem Zeitraume von 
1550-4565 für den Hof von Spanien und zum 'l'heil auch 
für die Känigin Maria von England gemalt hat. 
TIZIAN 
21.11 
Kaiser 
KARL 
(Venedig, 
Ich dankc der güttlichen Majestät, class dus Bild der 
Schmerzensreichen Jungfrau, welches ich auf Stein gemalt 
habe, vor Eure kaiserliche Augen l), in der Art, wie ich es 
Wünschte, gekommen ist, und wenn dieses Bild Ew. ÄMajestät 
Genüge thut, so erreiche ich das Ziel aller meiner Wünsche; 
wäre dam aber nicht so, so Hehe ich EW. Majestät an, mich 
davon gnädigst benachriehtigen zu lassen, inäem ich mich be- 
mühen werde, Ew. Majestät zufrieden zu stellen. 
Noch bleibt mir übrig, die Grossmuth Ew. lffaj. flarum an- 
zuflehen, es mir ausser der Belohnung, deren ich 11011123 von 
116136113911 gewüfdigt ZÜ- Wefden, gnä-digst gewähren zu wollen, 
all 
Tmperial 
presenza.
        

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