Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1385319
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geführt, in Bologna kennen gelernt hante, sind ebenso be- 
kannt, als die vielfifiltigen üHentlichen Ehrenbezeugungen, 
mit denen er den Blaler vor allen seinen Hofieuten bevor- 
zugte. XVeniger bekannt ist os dagegen, dass die grüsste 
di6SBY Clrunstbezeugungen die Ernelnnlng zum Grafen des 
h. Lateranensischen Palastes, nebst allen damit verbundene11 
Vorrechten und Privilegien, die man gewühnlich erst in dia 
"fünfziger Jahre zu setzen laflegt, schon bai weitem früher 
and zwar in fast unmittelbarer Folge jener ersten Bekannt- 
schaft zu Bologna statt gefxlnden hat. Dies ist erst durch 
die im Jahre 18501) erfolgte Bekanntmachung des betreffen- 
den Diplomes festgestellt worden, welches von Barcelona 
10. Mai 1533 datirt ist und wahrscheinlich nur die officielle 
Bestätigung der dem Künstler, welcher sich so rasch dia 
Gunst des hohen Herrn zu erwerben wusste, schon im Jahre 
1532 zugesicherten Ehren enthält 2). 
Um die Motive jener Erhebung, so wie das Verhältniss 
des Fürsten zu dem Künstler selbst zu beleuchten, scheint es 
nicht unpassend, hier ein Stück des Anfangs besagten in la.- 
teinischer Sprache abgefassten Diplomes mitzutheilen. 
,,Da es immer", heisst es daselbst nach Vorausschickung 
des kaiserlichen Titels, "unsere Gewohnheit war, seitdem 
wir durch die güttliche Gnade zu der Hühe der kaiserlichen 
WVürde gelangt sind, derxjenigen, welche mit besonderer Treue 
und Hingebung gegen Uns und das Heilige rümische Reich 
ausgestattet sind und welche sich durch vortreEliche Sitten 
und erhabene Tugenden, durch die Uebung der freien Künste 
und durch Befähigung ausgezeichnet und berühmt gemacht 
haben, vor Allen andern durch Wohlwollen, Gunst und unsre 
Gnade zu ehren: mmd da Wir nun Deine besondere Treue 
und Ergebenheit gegen uns und das heilige rümische Reich, 
sowie unter Deinen übrigen ausgezeichneten Tugenden und 
Geistesgaben Deine seltene Kunst Bilder zu malen und nach 
dem Leben darzustellen, in Betracht gezogen haben, in wel- 
cher Kunst Du Dich uns als ein solcher erwiesen hast, dass 
1) Gio. Bat. Cadorin Diploma di Carlo V. imperatore a Ti- 
ziano Venez. 1850. 
2) In diesem Falle würde auch die Nachricht VasarPs, dass Ti- 
zialfs Erhebung in den Ritterstand und Beleihnng mit dem Gehalte 
1532 geschehen sci, mit dem Datum der Ernennung selbst durcbaus 
nicht in Widerspruch stehen.
        

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