Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1385247
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bethätiget, und bei der liebenswürdigen Art und Weise, die 
Euch zur Gewohnheit geworden ist, mich ihm zu empfehlen 
und ihn zu versichern, dass ich keinen Fürsten der Welt 
so verehre, noch so von Herzexl irgend einem derselben zu 
dienen bestrebt bin, wie ich SnErl. Herrlichkeit thun würde, 
und wie zu thun ich mich verpflichtet fiihle. Und wenn ich 
mich auch nicht in Sr. Herrl. Gegenwart befinde, so unter- 
lasse ich deshalb doch nicht, für S. Ilerrl. zu malen, wie es 
es sich bald zeigen wird. Denn ich war in der That die- 
ser Tage i1n Begriff, ihm ein weibliches Bildniss zu schicken, 
und ich bin überzeugt, dass es ihm gefallen hätte und auch 
wfirklich gefallerl wird. Da nun aber der Hochwürdigste Lo- 
rena (d. h. der Cardinal von Lothringen) hier zu mir in's Haus 
gekommen ist um sich, dem Beispiel des Erl. Medici folgend, 
von mir portraitiren zu lassen, hat er jenes weibliche Bildrxiss 
gesehen, und es bat ihm dasselbe so sehr gefallen, dass er 
es durchaus für sich wollte; a-ls ich ihm aber sagte, dass es 
dem Erl. Medici gehüre, bat er sich zufrieden gegeben und 
mich gebeten, ihm, 6118 ich es an S. Herrl. schickte, gin 
Gleiches zu malen, wobei er mir sagte, dass der Erl. Medici 
ihm sehr zugethan sei.  
Wenn ich nun geglaubt hätte, Sr. Herrl. eineu Gefallear 
zu erweisen, se würde ich ihm das Bild in seine-m Namen ge- 
geben haben; aber es ist gut so, ich wertle sie alle beide 
bedienen, und, so wie das Bild kopirt ist, Werde ich es schicken 
und es mäge als Abschlagszahlung geltenÜ. 
Denn obschon ich in Venedig Iebe, so bin ich doch mit 
Herz und Hand bereit, Sr. Herrl. zu dienen und wenn ich 
glaubte, etwas, Was dereinst meinem Herrn missfallen künnte, 
zu thun, so würde ich den Verstand verlieren. Ich habe grosse 
Lust zu kommen, um ihm meiue Ergebenheit zu bezeigen 
1) E sara per parte; der Sinn ist wohl der, dass das Bild 
315 Enbledigung eines Theils seiner Verpfliclztung, also gleichsaln 
al; Abschlagszalnlung von flem Empfängcr betrachtet werden solle.
        

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