Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1385168
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werden, mit Welcher Liebe und Anhänglichkeit Tizian der 
selbsterwählten Vaterstadt- Venedig ergeben War; eine An- 
hänglichkeit, (lie sich auch späterlxin noch durch die Zurück- 
weisung der ohrenvollsten Anerbietungen von Sait-en der er- 
sten Fürsten der damaligexx Zeit ofhnals bekundete. 
Zu jener Zeit hatte das besagte Ehrenamt noch Gio- 
vanni Bellini inne, nach dessen am 29. November 1516 er- 
folgtem Tode es dann Tizian auch wirklich übertragen wurde1). 
Mit diesem Amte war zugleich die Verpüichtlzng verbunäen, 
(las Porträt eines jeden neu gewählten Dogen für acht Scudi 
zu malen; wie denn auch Tizian eine ganze Reihe von sie- 
ben Dogen in Folge dieses saines Amtes später gemalt hat. 
In der Kaufhalle der Deutschen hatte Tizian schon frü- 
her einige Bilder "über den Kaufläden", wie Vasari sagt, 
ausgeüihrt. Das Bild Tiziads, von welchem der Brief spricht, 
ist übrigens bei dem grossen Brande im Jahre 157 7 ein Raub 
der Flammen geworden. 
1) Als Bestätigung dient ein von Gius.Cadorin (Dello amore 
ai Veneziani di Tiziano Vecellio Ven. 1833 p. 65) bekannt gemach- 
tes Dekret des Senates vom 23. Juni 1537, worin es heisst: ,,am 
5. December 1516 wurde erklärt, dass Tizian in die Sanseria ein- 
treten solle, welche Zuan Bellini inne gehabt batte, unter der Bedin- 
gung, dass et verpflichtet sei, dus Gemälde der Landschlacht im Saale 
unseres grossen Rathes nach der Piazza zu ilber dem Canal grande 
zu malen; als welcher Tizian nach dom Tode des Zuarl Bellino 
vor ungefähr 20 Jahrexl in den Besitz besngter Sanseria eingetreten 
ist, indem er die Nutzungen davon zieht, die sich auf 100 Dukaten 
das Jahr belaufen künnen ausser den 18-420 Dukaten der jährlichen 
tansa, welche ihm gclassen worden sind."
        

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