Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1385156
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kann, wie dies in dem erlauehtesten 
ber 1514 beschlossen worden ist. 
Rathe 
21,111 
Novem- 
Tizian bewirbt sich in diesem von Gaye (Cart.II.142) 
bekannt gemachten Briefe um die Vollendung eines grossen 
Bildes, welches (lie Aussühnung Kaiser Friedriclfs I. mit dem 
Papst Alexander III. zu Venedig zum Gegenstande hatte und 
welehes schon vor einiger Zeit von Pietro Perugino begon- 
nen War. Sein Gesuch ist unter dem 28. Januar 1515 
(danach die obige Zeitbestimmulzg von Gaye) vom Kollegium 
gebilligt Worden, nur dass man ihm statt der verlangten 400 
nur 300 Dukaten bewilligte; auch sollen dje Gehülfen nur 
3 Dukaten den Monat bekommen 11m1 Tizian selbst nicht mehr 
als 10 Dukaten üir Farben vergütigt und drei Unzen Azur 
bewilligt werden. Die Anwvartsehaft auf des Makleramt in der 
Kaufhalle der Deutschen (clem fondaco de' Tedeschi), wel- 
ches von (lem Rath gewähnlich dem besten Maler Ehren hal- 
ber übertragen wurde und welehes 120 Dukaten (mach Va- 
sari 300 Scudi) jährlicher Einnahlne abwarf, wurfle Tizian 
darin von Neuem bestätigt. 
Tizian hatte sich um dieses Amt in einer an den Senat 
gerichteten Supplik vom 31. Mai 1513 beworben, aus wel- 
cher wir die folgenden Worte nach Üadorin mittheilen: Ob- 
schon ich, sagt er darin, schon früher, Wie auch gegenwärtig 
von Sr. Heiligkeit dem Papste (Leo  und anderen Her- 
ren angegangen Wurde, ihnen zu dienen, so habe ich den- 
noch, in dem Wunsehe als treuer Unterthan Ew. Herrl. ir- 
gend eine Erinnerung in dieser berühmten Stadt zu hinter- 
lassen, beschlossen, Wenn es nämlich EW. Herrl. genehm ist, 
in dem grossen Rathssaale zu malen und so lange ich Leben 
halle, alP mein Talent und meinen Geist daraüf zu verwen- 
den, indem ich mit clem Schlachtbilde auf der Seite nach 
dem Platze zu, als welches das schwierigste ist, beginne, 
cinem Unternehmen, dem sich bisher nobh kein Mensch hat 
unterziehen wollen. Aber (la ieh, Wie schon oben bemerkt, 
nur auf meine Ehre sehe und nur äen nüthigen Lebensun- 
terhalt zu gewinnen trachte, so mäge EW. Hem-L, wenn es 
defselben genehm iSÜ, geruhen, mir auf Lebenszeit die erSiIG 
Sanseria zu verleihen. (Amore ai Veneziani (15 Tizian0 p- 11)- 
Worte, (lie mit Recht von Oadorin als Zeugniss angefühft
        

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