Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1385017
2531 
1116ge, mich von äieser Last zu befreien, die ich auf den Be- 
fehl der Päpstc, wie Ihr Wisst, gern and ohne alla Vergüti- 
gung siebzehn 1) Jahr getragen habe, in Weleher Zeit man 
leicht sehen kann, wie viel durch meine Mühe in dem Bau 
geschehen ist. 
Ich komme noch einmal nachträglich (larauf zurüek, Ew. 
Herrl. zu bittcn, mir Urlaub zu geben, indem Ihr mir keine 
grässere Gnade erweisen künnt 11m1 küsse mit jeder Ehrer- 
bietung clemüthig die Hand Ew. Herrlichkeit. 
Wir beschliesserx die Reihe der Briefe Michel Angelcfs 
mit diesem bei Bottari (Race. VI. 43) abgedruckten Schrei- 
ben an den Cardinal di Carpi, welches zugleich als Bestätigung 
desjenigen dienen kann, Was Wir oben über die man- 
nigfacherl Sorgen gesagt haben, die Michel Angelo, trotz 
seiner ausgedehntesten Vollmacht, aus dem Ban erwuchsen, 
und zu denen sich selbst Kränkurngenl (ler empündlichsten Art 
gesellten. Empfinülicher in der That konnte für den greisen 
Bleister Wohl kauln ein anderer, als der Vorwurf sein, es 
ginge mit dem Ban immer schleehter. Auf einen solchen be- 
zieht sich unser Bricf, der uns Michel Angelo in der ganzen 
nur durch die Weisheit des Alters gemilderten Kraft saines 
männlichen Charakters zeigt. Dia Bitte 11m Entlassung war 
die einzig würdige Art, auf einen solchen Vorwurf zu ant- 
worten. Ueber die kleinlichen Häkeleien, mit denen Michel 
Angelo zu kämpfen hatte, vgl. Vasari S. 412 E. 
Der Cardinal di Carpi gehürte nach Vasari S. 392 zu Mi- 
chel Akngelds besten Freunden. Ihm, sowie dem schon in einem 
1) Es ist statt 17 wahrscheinlich 13 zu lcsen. Die Stelle, in der 
Vasari (S. 411) von siebzehn Jahren spricht, die Michel Angelo dem 
Bau von S. Peber gewidmet hante, und die man etwa zut Vertheidi- 
gung jener 17 Jahr in dem Briefe anführen künntc, scheint sich 
vielnichr auf die Gesamlntthätigkeit Michel Angelds an dem Bau bis 
zu seinem Tode zu beziehen, bei welchem er denselben allerdings geradc 
siebzehn Jahre geführt batte (von1547-1564), es sci dcnu, dass man 
schon vor der (lefinitiven Uebernahme des Baues von Seiten Michel 
Angelds diesen zu Rathe gezogen hahe, und eine solche Betheiligung 
hier mit bei der allgemeinen Zeitbestimmung eingerechnet Wifd-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.