Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1384963
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was Ew. Herrl. von mir verlangt; und Gott wolle, 
derselben in allen Dingen zu Diensten sein künne! 
zu thun, 
dass ich 
Zu der Zeit als die Lasten des Alters schon fast er- 
drückend Fuir Michel Angelo geworclen waren, und als die 
Noth Jnit dem Ban der Peterskirche eine solche Htihe erreiuht 
hatte, dass, wic Wir im vorigen Briefe gesehen, selbst sein 
unerschütterlicher Greist fast zum Aufgeben desselhen ent- 
schlossen war, (la kam zu den vielen Mühen noch eine neue 
hinzu, und so unermüdlich war die Kraft des grossen Ge- 
nius, dass er auch dieser neuen Arheit sich noch zu unter- 
ziehen vermochte. Dies ist nämlich der Bau der Kirche des 
h. Johannes der Florentiner, deren Geschiehte, ans folgenden 
von Gaye publicirten Dokumenten erhellt. 
Die Kirche war sehon früher von J ac. Sansovino 
begonnen und von Ant. da San Gallo weiter gefiihrt, dann 
aher der Ban unterbrochen worden. Am 19. Oktober 1559 
wenden sich der Konsul und die Rathsmänner der Horenti- 
nischen Nation in Rom an Cosimo I.: sie hätten sich wegen 
des Baues von S. Giovanni an Michel Angelo lgewvendet, und 
dieser sei mit grosser Liebe dazu bereit gewesen, alles für 
den Bau zu thun, was in seinen Kräften stände. Sie ersuch- 
ten mm den Herzog, er mtichte sich doch ausserdem noch 
bei Michel Angelo für diese Angelegenlzeit verwenden. 
Unter dem 26. Oktober antwortet Cosimo, er habe an 
Michel Angelo geschrieben und ihn gebeten, ein Modell zu 
machen; er schicke ihnen den an Michel Angelo gerichteten 
Brief mit. Auf diesen nicht n1eh1- vorgefundenenBrief erhielt nun 
Cosimo dies obige Antwortschreiben Michel Angelds, das ziem- 
lich lückenhaft schon von Bott. (Race. I. 10), und vollstän- 
dig sodann von Gaye (Üarteggio HI. 18) bekannt gemacht 
worden ist. 
 Die Verfreter der florentinischen Nation aber antworten 
Cosimo am 10. November mit einem Briefe, Worin sie den 
,,hesten Alten", wie sie Michel Angelo nennen, nicht genug 
rühmen kännen. Er habe alles Andere bei Seite gelassen 
und ihnen die Zeichnung gemacht. Die ausgewäihlterl schicken 
sie dem 116110256, auf dessen Beihülfe sie hoffen. Gaye 
HI. 19. 
        

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