Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1382333
XXV 
einige von denen Rafaefs, Michel Angelds, Tizianas, Vasm-fg 
über die bildenden Künste mehrfachen Aufschluss gewälmren, 
wie nicht minder dia verschiedenen an Benedetto Varchi 
gefichteten Briefe über äas Verhältniss der Skulptur zur 
Walerei. 
Als eine der wichtigsten Ergänzungen der Kunstgeschichte 
kann fermer die Kenntniss der äusseren Lebenstellung der 
Künstler betrachtet werden. Man künnte dies das sociale 
Element der Kunstgeschichte nennen, welches bisher fast 
ganz unbeaclntet gebliebexl ist, und das von verschiederxen 
Seiten aufgefasst werden kann. Drei Dinge sinr]. es haupt- 
sächlich, die eine besonrlere Aufmerksamkeit verdienen: der 
Verkehr der Künstler untereinander, das Verhältniss dersel- 
ben zu den Auftraggebern und Günnern, die Beziehungen, in 
denen sie zu clen Vertretern der wissenschaftlichen Bildung 
ihrer Zeit Standen. 
Für alles 
dies bieten die Bfiefe 
eine 
reiche 
Ausbeute dar. Was den ersten Punkt betriHt, so gewährt es ein 
ganz besonderes Interesse, die Personen, dia man in der Kunst- 
geschichte nur ihren künstlerischen Leistungen zufolgä ent- 
wecler aneinander gereiht oder einander gegexlüber gestellt 
findet, nun auch im wirklichon Leben in ähnlichen Beziehun- 
gen neben einander Wirken zu sehen, und ihre lnannigfaltigen 
Berührungen freundlicher oder feinälicher Art kennen zu 1er- 
nen. In manchen Fällen kann die Aufklärung solcher Ver- 
hältnisse zugleich (lie Liisung kunstgeschichtlicher Fragen in 
sich tragen. Es sei hier nur an (las Verhältniss zwischen 
Rafael und Michel Angelo erinnert, das man so oft verkannt 
und missdeutet hat und welches man in Nachfolgendem mehr- 
mals und ausführlicher behandelt ünden wird. 
In 
einzelnen 
Fällen 
hat 
schon 
Vasari 
solcher 
Verhält- 
nisse Erwähnung gethan; 
des Künstlerverkehrs zu 
man denke 
Florenz in 
nur an die Schilderung 
dem gastlichen Hanse
        

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