Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1384886
MICHEL 
ANGELO 
{lfll 
Gronero 
VASARI. 
(R0 m 
Gott gebe, Vasari, dass ich die Beschwcrcle einiger JaIn-e 
noch aushalte. Ich weiss wohl, rlass Ihr mir sagen werdet, 
ich sei alt und thäricht, da. ich Sonette dichten will, weil aber 
einige mich vcrsichern, ich sei zum Kinde worden, wollte 
ich thun, Was meines Amtcs ist. Aus Eurem Briefe erkenne 
ich (lie Liebe, (lie 11n- zu mir tragt; glaubt, dass ich meine 
Gebeine sicherlich gern neben denen meines Vaters zur Ruhe 
legen würde, Wie Ihr mich bittet; Wollte ieh aber von hier 
fort, so würde ich rlem Baue von S. Petel- grosses Verderben 
bereiten, eine grosse Schande und sehr grossen Nachtheil ver- 
anlassen. Ist crst Alles daran so fest geordnet, dass nichts 
mehr geändert werden kann, so hoife ich zu thun, wvas Ihr 
schreibt, falls es nicht sünälich ist, einigen Schurken ärger- 
lich zu sein, welche erwarten, ich solle alsbald von dannen 
gehen. 
Auf sturmbewegten WVogen ist mein Leben 
Im schwachen SchiH zum Hafen schon gekonnnen, 
Wo von den büsen Thaten and den frommen 
Uns allen obliegt Rechenschaft zu geben. 
Und Wohl erkenn ich nun mein innig Streben, 
Das, fuir die Kunst abgüttisch heiss entglommen, 
Hat oft des Irrthunw Bürden aufgenomnuan; 
Und thäricht ist der Bienschen Thun und Werben. 
Was kann der eitlen Liebe Reiz noch bieten 
Nun da sich mir zwiefacher Tod bereitet? 
Der ein, ist fest, der andere droht, and Friedexl
        

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