Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1384724
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Studium der Rechte, das er aber, nachdeln jcnei- gestorben, 
wieder aufgab. Nach der Vertreibtmg der Mediceei- im 
Jahre 1527 war er in Florenz und maehte dort die darauf 
folgende bewegte Zeit und die Belagerung in den Jahren 
1529 und 1530 mit durch; aile Ereignisse in der Stadt und 
in den Heeren, wie sein Lebensbeschreiber D. Silvano Razzi 
sagt, eifrig beobachtend. Den monarchischen Bestrebungen 
der zurückkehrenden Mediceer abhold, verliess er mit der 
ihm wohlwollenden Famiiie Strozzi Florenz, kehrte aber, sich 
der Veränderung der Dinge fügend, wieder nach Florenz zu- 
rück, als Oosimq I. ihn auf Anrathen seines Freuncies Luca 
Martini zurückberief und ihm die fiorentinische Cieschichte der 
jüngstverfiossenen Zeit zu schreiben auftrug. 
Seine Kenntnisse Waren gross, seine schriftstellerische 
Thätigkeit mannigfaltig. Seit 1545 Consul, d. 11. Präsident 
der Florentiner Akademie, gab er sich auch kunstwisscnschaft- 
lichen Untersuehungen hin. Gleichen Inhaltes war auch (lie 
dem Michel Angelo übersendete Abhaildlung, auf welche die- 
ser mit dem obigen Briefe antwortet. Es scheint, ais ob 
Varchi, der, wenn er in Florenz war, bei seinem Freunde 
Lima Martini wohnte und dort viel mit Malern, Bildhauern 
und andei-en Künstlern verkehrte, von diesen selbst ihre An- 
sichten über das Verhältniss der Skulptur zur Malerei zu hü- 
ren verla-ngt habe. S0 schreibt ihm über diesen Gfegenstand 
Benvenxxto Cellini einen weiter unten abgedruckten Brief vom 
28. Januar 1546. 
Ausserdem existiren mehrere Briefe desselben Inhaltes 
von Pontormo, Ang. Bronzino und Vasari, letzterei- vom 
Jahre 1547, die bei Bottari alle als an Benvenuto Oellini ge- 
richtet, abgedruckt sind. Da dieselben indess im Text 
sämmtlich die Anrede ,,Messer Benecietto" haben, lässt 
sich fast vermuthen, dass sie an Benedetto Varchi gerich- 
tet sind, und diese Vermuthung, verbundcn mit dem festen 
Anhaltspunkte des Cellinischen Briefes vom Jahre 1546 und 
des Datums des von Vasari geschriebenen, sind es, die zu 
der obigen Zeitbestimmung des Briefes von Michel Angelo 
gefiihrt haben.
        

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