Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Künstler-Briefe
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1381935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1384658
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Inag zu verlängern und so wie _ich bin, bin ich Euer Diener 
so wie der ganzen Familie der Martelli. Sowohl für den 
Brief als für die Sonette sage ich Euch Dank, aber nicht 
su viel als ich eigentlich sollte, indem ich eine so hohe Ar- 
tigkeit nicht zu erreichen vermag. 
Der Brief ist abgedruckt bei Bottari VI. 99. Derselbe 
ist ohne Datum, scheint aber der ganzen Haltung, sowie 
einzelnen Aeusserungen zu Folge, wie z. B. ,,Ich bin ein ar- 
mer Mann", erst im späteren Alter geschrieben zu Sein. 
Niccolb INIartelli, an den er gerichtet, gehürt einem 
Zweige der Faznilie Martelli an, die wie Michel Angelo 
selbst, den Mecliceern feindlich gesonnen Waren, währcnd frü- 
her gerade die Martelli es waren, die die Macht der Dledicecr 
mit befestigexx halfen. Niccolb ist der Brader (les beka11nte11 
Dichters Lodovico Martelli, der 1499 geboren, 1527 in der 
Verbannung zu Salerno starb. Er selbst, zwischen 1500 und 
1503 geboren, war von eben so grosser Licbe zur Wissen- 
schaft, als zum Vaterlandc beseelt unrl war Theilnehlner an 
jenen wissenschaftlichen Versannnlungen in don Gärten der 
Ruccellaj, die ihrer freieren Richtung Wegen von den Medi- 
ceern mit misstrauischen Augen überwacht vmrden. Im Jahre 
1522 wurde er denn auch wegen des Verclaclntes, an einer 
Verschwiirung Theil genommen zu haben, von don Mediceern 
verbannt, bei der Vertreibxlng dieser letzteren aber im Jahre 
1527 von den Behürden der Stadt zuriiclcgerufe11 und in seine 
früheren Würclen wieder eingesetzt. Seit jener Zeit hat er 
.da,nn wahrscheinlich dia 'l'l1ätigkeit und das Schicksal seines 
Vaters Lorenzo getheilt, der in den Jahren 1529 und 1530 
mit zu {leu eifrigsten Vertheifligern der Stadt Florenz ge- 
hürte und nach dem Falle derselben von den zurückkehren- 
den Llediceern verbannt wurde.
        

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